Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Gefahr in der Bananenkiste: So gelangen Regenwald-Spinnen in deutsche Supermärkte
Mehr Welt Wissen Gefahr in der Bananenkiste: So gelangen Regenwald-Spinnen in deutsche Supermärkte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 12.12.2019
Blinde Passagiere: Exotische Spinnen werden gelegentlich in Bananenkisten im Supermarkt gefunden. Quelle: imago images/Becker&Bredel/Eibner/Montage RND
Hannover

Ein großer Schock in München: In einem Supermarkt hat ein Mitarbeiter beim Auspacken einer Bananenkiste eine exotische Spinne entdeckt. Experten vermuteten, dass es sich um die gifte Bananenspinne handelt – doch wenig später gab es Entwarnung: Es war eine eher harmlose Riesenkrabbenspinne, die dem Mitarbeiter einen großen Schrecken eingejagt hatte. In Hamm gab es im Mai einen ähnlichen Fall, bei dem eine Riesenkrabbenspinne für eine Bananenspinne gehalten wurde. Die Riesenkrabbenspinne kann zwar beißen, ist aber nicht tödlich.

Mehr zum Thema

Riesenkrabbenspinne in Bananenkiste in Supermarkt entdeckt

Riesige Spinne löst Panik in Heidelberger Supermarkt aus

Immer wieder werden in Supermärkten gefährlich aussehende Spinnen in Bananenkisten entdeckt. Doch meist entpuppt sich die Spinne – wie in Hamm und München – als harmlose Art. Als Sicherheitsvorkehrung werden bei einer Sichtung einer exotischen Spinne häufig ganze Supermärkte geräumt. 2011 soll eine Bananenspinne in einem saarländischen Supermarkt gesichtet worden sein. Der Supermarkt musste tagelang schließen – doch die Spinne wurde nirgendwo gefunden, wie lokale Medien berichten.

Brasilianische Wanderspinne: Eine der gefährlichsten und giftigsten Spinnen der Welt

Als Bananenspinne wird umgangssprachlich die Art Brasilianische Wanderspinne bezeichnet: die Phoneutria nigriventer. Sie ist eine der gefährlichsten und giftigsten Spinnen der Welt. Die Brasilianische Wanderspinne kann bis zu fünf Zentimeter lang werden, und ihr Gift kann für Menschen lebensgefährlich sein. Wenn sie sich bedroht fühlt, reißt sie die Vorderbeine hoch und zeigt bei angehobenem Vorderkörper ihre rötlichen Giftklauen, informiert das staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe (SMNK).

Sie ist zudem sehr schnell – und lässt sich auch leicht reizen. Daher ist die Angst von Menschen zwar in der Theorie begründet, wenn sie eine Spinne in einer Bananenkiste finden. Aber kann es wirklich sein, dass die giftige Spinne als blinder Passagier in Bananenkisten von Ländern wie Brasilien in deutsche Märkte gelangt?

Mehr zum Thema

Spinnenphobie: Das müssen Sie über die Angst vor den Achtbeinern wissen

Spinnenforscher im Interview: Vogelspinne auf der Hand hilft gegen Angst

Fund von Bananenspinne in Deutschland „extrem unwahrscheinlich“

Es sei „extrem unwahrscheinlich, dass die für uns sehr giftige Phoneutria nigriventer mit Bananen nach Deutschland gelangt“, sagt das SMNK. Die Bananenspinne komme nur in Brasilien, Uruguay, Paraguay und Argentinien vor. Allerdings liefere von diesen Ländern nur Brasilien Bananen in die EU. Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern ist die Menge aber gering: 8.773 Tonnen kamen laut einer EU-Statistik aus Brasilien – und damit nur ein Bruchteil der fast fünf Millionen Tonnen.

Außerdem werden Bananen beim Transport nach Deutschland gründlich gereinigt, mit Insektiziden behandelt und durchgängig gekühlt, betont das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Demnach werden so gut wie nie lebende Spinnen auf Bananen gefunden, wenn diese in den Bananenreifereien in Deutschland ankommen.

Falscher Alarm: Spinnen in Bananenkisten werden mit Brasilianischer Wanderspinne verwechselt

Doch warum werden trotzdem immer wieder Spinnen in Bananenkisten entdeckt? Spinnen halten sich immer gerne dort auf, wo sie sich gut verstecken und auf ihre Beute warten können. Bananenplantagen sind aufgrund ihrer vielen Versteckmöglichkeiten also ein beliebter Ort. Allerdings gibt es laut dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit keine Spinnen, die an oder gar in Bananen ihren natürlichen Lebensraum haben. Daher sei die Bezeichnung Bananenspinne eigentlich nicht korrekt.

Bei den Spinnenfunden in Bananenkisten in Deutschland handelt es sich fast nie um die tatsächliche Brasilianische Wanderspinne, sondern um andere Arten. Laut dem SMNK werden häufig harmlose Arten wie die Riesenkrabbenspinne oder die große Wanderspinne mit der Bananenspinne verwechselt. Die Bisse beider Gattungen sind mit einem Wespenstich vergleichbar: Sie sind also im Gegensatz zu der der Brasilianischen Wanderspinne nicht tödlich.

Selten wird in Ecuador, Kolumbien und Costa Rica – aus denen die meisten Bananen in die EU geliefert werden – die Giftspinne Phoneutria boliviensis zwischen Bananen gefunden. Ihr Gift wirke allerdings bei Weitem nicht so stark wie bei der Bananenspinne, informiert das SMNK. Und die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass diese Spinnen nach Deutschland kommen.

Von Ben Kendal/RND

Kickern oder Krökeln, Semmeln oder Wecken, Pantoffeln oder Latschen, Klopse oder Klöße? Für ein und das selbe Wort gibt es in Deutschland manchmal vielfältige Bezeichnungen. Besonders auffällig sind dabei regionale Unterschiede. Manche Wörter verschwinden laut Studie komplett aus unserem Sprachgebrauch.

11.12.2019

Der Jahreswechsel kommt immer näher und es wird Zeit, die guten Vorsätze fürs neue Jahr zu planen. Die drehen sich dieses Jahr vor allem darum, Stress zu vermeiden. Erstmals wird in der jährlichen Erhebung einer Krankenkasse auch nach umwelt- und klimafreundlichen Vorsätzen gefragt.

11.12.2019

Die Auswahl an Gebäck ist zur Vorweihnachtszeit riesig – und doch verzaubert uns Spekulatius, ein einfaches Formgebäck aus Mürbeteig, jedes Jahr aufs Neue. Wir zeigen, wie Sie den süß-würzigen Geschmack der Kekse in Aufstrich, Likör und Zupfbrot bringen.

11.12.2019