Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Forscher untersuchen Stresssymptome bei Lehrern
Mehr Welt Wissen Forscher untersuchen Stresssymptome bei Lehrern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 03.04.2010
Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige

Wissenschaftler der privaten Bremer Jacobs University untersuchen in einer neuen Studie die Mechanismen, die bei Lehrern zu Stresserkrankungen und Burnout-Syndromen führen können. „Es geht darum, wie Stress über die Zeit hinweg krank macht“, sagte die Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hochschule, Maren Wolfram. Lärm, Zeitdruck, immer neue Aufgaben und Verantwortungsbereiche, für die Pädagogen gibt es eine Vielzahl von Belastungen. Ältere Untersuchungen haben Wolfram zufolge gezeigt, dass bis zu ein Drittel der Lehrkräfte potenziell Burnout gefährdet sind.

„Wir haben alle möglichen Symptome, von denen die Lehrer berichten“, sagte die Wissenschaftlerin. Als Beispiele nannte sie Hauterkrankungen, Depressionen, Magen-Darm-Probleme und Schlafstörungen. Das vierköpfige Team unter der Leitung von Professorin Brigitte Kudielka untersucht in Zusammenarbeit mit einem Bremer Klinikum jedoch nicht die Krankheitsbilder selbst. Die Wissenschaftler gehen der Frage nach, welche biologischen Mechanismen es sind, die zur Krankheit führen. Nehme der Stress überhand, zeige der Körper allmählich Veränderungen. So setze die Untersuchung unter anderem bei Schwankungen des Hormonhaushaltes an. Es handele sich zunächst um Grundlagenforschung. Langfristig könnten mit den Ergebnissen aber Präventionsmodelle entwickelt werden.

„Lehrer sind die Berufsgruppe mit den höchsten Zahlen an stressbedingten Erkrankungen, eine Hochrisikogruppe“, erläuterte Wolfram. Die Wissenschaftler wollen Pädagogen untersuchen, die bereits unter Symptomen leiden, aber noch nicht mit Medikamenten behandelt werden. Mit allen Teilnehmern werde vorab ein Gespräch geführt. Parallel gebe es bereits eine Studie mit Referendaren.

Interessierte Lehrer und Referendare könnten sich direkt per E-Mail an die Uni wenden m.wolfram@jacobs-university.de

lni