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Mehr Welt Wissen Forscher erstellen digitale Karte der Titanic für die Nachwelt
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11:21 20.08.2010
Vor fast 100 Jahren gesunken: Das Schiffswrack der Titanic soll in digitaler Form für die Nachwelt bewahrt werden.
Vor fast 100 Jahren gesunken: Das Schiffswrack der Titanic soll in digitaler Form für die Nachwelt bewahrt werden. Quelle: dpa
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Der Untergang der „Titanic“ - schon die Worte lassen einem Schauer über den Rücken laufen. Bis heute faszinieren der Ozeandampfer und seine tragische Geschichte die Menschen. Massen von Büchern und Filmen haben versucht, den Glanz des Luxusdampfers und den Horror seines Endes zum Leben zu erwecken. Währenddessen verrottet das Wrack der echten „Titanic“ auf dem Grund des Atlantiks. Doch fast genau 25 Jahre nach der Entdeckung der Überreste haben Forscher jetzt eine neue Expedition gestartet. Mit modernster Technik erstellen sie eine Art dreidimensionale Karte des Wracks, um es zumindest digital für die Nachwelt zu bewahren. Denn die „Titanic“ wird irgendwann für immer verschwunden sein.

„Seit die „Titanic“ vor mehr als 98 Jahren gesunken ist, fressen Mikroorganismen das Metall, aus dem das Schiff gemacht wurde“, heißt es von der Firma RMS Titanic Inc. mit Sitz in Atlanta im US- Bundesstaat Georgia. Anfang der 90er Jahre hatte sich das Unternehmen die Rechte an dem Wrack gesichert und hat seitdem mehrere Expeditionen zu ihm organisiert. Bislang wurden dabei vor allem Gegenstände wie technische Gerätschaften, Schmuck, Münzen und andere Erinnerungen geborgen. Sie wurden restauriert und zum Teil in Ausstellungen gezeigt, mehr als 5500 sind es mittlerweile.

Diesmal ist der Schwerpunkt der Tauchaktionen allerdings ein ganz anderer: Bilder sollen gemacht, akustische Wellen aufgenommen und jede Menge wissenschaftliche Informationen gesammelt werden. Mitte August begann das Projekt, das im Internet im Detail verfolgt werden kann.

Am Ende soll es eine Art Karte von der „Titanic“ sowie von dem Gebiet geben, über das der auseinandergebrochene Schiffskörper verteilt ist. „Eines Tages wird das Schiff auf dem Meeresboden kollabieren“, heißt es von RMS Titanic. Deshalb müsse man jetzt so viele Erinnerungen wie möglich für die Nachwelt bewahren.

Möglich ist das alles erst seit 25 Jahren. Am 1. September 1985 beendete der amerikanische Tiefseeforscher Robert Ballard die jahrzehntelange Suche nach dem Wrack des legendären Schiffs. Der Dampfer, der damals als größter der Welt und als „unsinkbar“ galt, war im April 1912 auf seiner Jungfernfahrt nach New York verunglückt. Von den 2200 Menschen an Bord konnten nur etwa 700 gerettet werden. Unzählige Forscher hatten sich in den Jahren danach auf Schatzsuche begeben.

Doch erst Ballard und sein Team entdeckten die „Titanic“ dank moderner Technik und viel Ausdauer - in mehr als vier Kilometern Tiefe. „Der erste Blick ließ nicht den geringsten Zweifel“, erinnerte sich Ballard kurz nach der spektakulären Entdeckung in einem Interview. Damals hatte er sich gewünscht, dass die „Titanic“ vor „Grabräubern“ geschützt werden sollte - und damit auch die Sorgen vieler Opfer-Angehörigen ausgedrückt.

Die letzte Überlebende der „Titanic“-Katastrophe, Millvina Dean, hatte sich noch kurz vor ihrem Tod im Jahr 2009 dagegen gewehrt, dass Stücke aus dem Wrack geholt werden. „Ich habe immer gehofft, dass man keine Gegenstände vom Schiff bergen wird“, sagte die damals 97-Jährige. Sie hatte die Tragödie als Säugling überlebt, ihr Vater war jedoch ertrunken. „Das ist doch ein Grab, mein Vater liegt dort unten!“

dpa