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Wissen Forscher entdeckt gigantischen Biberdamm aus dem Weltall
Mehr Welt Wissen Forscher entdeckt gigantischen Biberdamm aus dem Weltall
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14:17 12.05.2010
Ein Biber kann in einer Nacht einen Baum fällen, der einen halben Meter dick ist.
Ein Biber kann in einer Nacht einen Baum fällen, der einen halben Meter dick ist. Quelle: dpa
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Den vermutlich größten Biberdamm der Welt hat ein kanadischer Forscher entdeckt - mit Bildern aus dem Weltall. Das von den Nagern errichtete gewaltige Bauwerk ist nach einem Bericht der „Los Angeles Times“ 850 Meter lang und liegt im Wood-Buffalo- Nationalpark in Alberta in Nordwestkanada. Der Ökologe habe eigentlich messen wollen, wie schnell der Dauerfrost in dem Gebiet zurückgeht. Dabei sei er auf den Satellitenbildern auf den riesigen Biberdamm gestoßen.

Der Umweltforscher Jean Thie hatte den Damm schon 2007 entdeckt. Erst als er jetzt in einem Internetblog erwähnte, er habe einen Damm ausgemacht, „den man sogar vom Weltraum sehen kann“, wurde sein Fund bekannt. Nach seinen Forschungen müssen Generationen von Bibern an dem Bauwerk gearbeitet haben. Vermutlich gehen die Anfänge der Struktur auf die Mitte der siebziger Jahre zurück.

Das Bauwerk konnte noch nicht aus der Nähe untersucht werden, weil es mitten in einem unzugänglichen Sumpfgebiet liegt. Waldhüter konnten sich daher nur vom Hubschrauber aus ein Bild machen. Bis zu der Entdeckung galt ein Biberdamm in der Nähe der Stadt Three Forks (US-Bundesstaat Montana) mit 652 Metern als der Größte seiner Art, berichten kanadische Medien.

Biber bauen Dämme, um Flüsse aufzustauen und einen höheren Wasserstand zu halten. Das lässt nicht nur Wasserpflanzen wachsen, die ihnen als Nahrung dienen, sondern schützt auch ihre Burgen, in denen sie ihre Nachkommen versorgen. Ein Biber kann in einer Nacht einen Baum fällen, der einen halben Meter dick ist.

Der Wood-Buffalo-Nationalpark ist der größte Nationalpark Kanadas und mit 44 800 Quadratkilometern fast so groß wie Niedersachsen. Das schwer zugängliche Gebiet ist seit 1983 Weltnaturerbe der UNESCO.

dpa