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Wissen Forscher entdecken erdähnlichen Planeten
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14:06 19.12.2009
Auf "GJ 1214b" gibt es offenbar große Mengen Wasser. Quelle: afp (Symbolbild)
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Ein internationales Wissenschaftlerteam hat außerhalb unseres Sonnensystems einen der Erde ähnlichen Planeten entdeckt, auf dem große Wasservorkommen vermutet werden. Mit einem knapp 2,7 Mal so großen Radius wie der der Erde sei der neu entdeckte Himmelskörper für einen Exoplaneten, also einen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, außergewöhnlich klein, heißt es in einer in der britischen Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Studie von Forschern aus den USA und Europa. Der Planet mit dem Namen GJ 1214b ist demnach 42 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Die Dichte von GJ 1214b lässt der Studie zufolge darauf schließen, dass er zu drei Vierteln aus Wasser und Eis besteht. Weil der Druck in seiner Atmosphäre 20.000 Mal so hoch sei wie in der Erdatmosphäre, komme das Wasser teilweise in kristalliner Form vor. Umgeben ist GJ 1214b demnach von einer Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium. "Das wird die erste Super-Erde mit einer nachgewiesenen Atmosphäre sein", erklärte Forschungsleiter David Charbonneau.

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Die Entdeckung sei "außergewöhnlich", bekräftigte George Marcy von der University of California. Bislang sei nur ein Exoplanet, der Corot-7b, bekannt gewesen, der der Erde in der Größe ähnele. Der Radius von Corot-7b beträgt das 1,7-Fache des Erdradius. Auf GJ 1214b ist es mit geschätzten Temperaturen zwischen 120 und 280 Grad wesentlich kühler als auf dem Corot-7b mit 1700 Grad. Dennoch sei es auch auf GJ 1214b zu heiß, um dort Lebewesen, "wie wir sie kennen", anzutreffen, erklärte das Harvard-Smithonian-Centre.

GJ 1214b sei "kleiner, kälter und erdähnlicher als jeder andere bekannte Exoplanet", erklärte der Student Zachory Berta, der als Erster Hinweise auf die Existenz von GJ 1214b entdeckt hatte. GJ 1214 b sei entdeckt worden, weil sich die Sonne, die er umkreiste, sich alle 38 Stunden 52 Minuten lang leicht verdunkelt. An der Studie hatten sich auch Forscher aus der Schweiz und anderen europäischen Ländern beteiligt. Bislang wurden nach Angaben der Website www.exoplanet.eu insgesamt 415 Exoplaneten entdeckt.

afp