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15:33 14.02.2020
Zu den spürbaren Folgen des Klimawandels zählt auch das Schmelzen der Eismassen, das mit der Erwärmung der Ozeane einhergeht. Quelle: imago images/YAY Images

Wie ernst die Lage in der Antarktis ist, zeigt nun ein erneuter Hitzerekord. Der britischen Tageszeitung „Guardian“ zufolge haben brasilianische Forscher auf der Seymour-Insel eine Temperatur von 20,5 Grad gemessen.

Erst vor einer Woche, am 6. Februar, hatte die argentinische Wetterbehörde den wärmsten Tag auf der argentinischen Antarktis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880 verzeichnet. Auf der Forschungsstation Esperanza wurde eine Temperatur von 18,3 Grad gemessen.

Spürbare Folgen in der Antarktis

Zu den spürbaren Folgen des Klimawandels zählt auch das Schmelzen der Eismassen, das mit der Erwärmung der Ozeane einhergeht. Hiervon ist der antarktische Westen derzeit in einem außerordentlichen Maße betroffen. Sowohl der riesige Thwaites-Gletscher als auch der Pine-Island-Gletscher verlieren täglich Eis.

Auch der riesige Thwaites-Gletscher verliert täglich Eis. Unter ihm wächst in Rekordzeit ein riesiger Hohlraum.

Eine Besserung scheint einer aktuellen Untersuchung der Europäischen Geowissenschaften Union (EGU) nach nicht in Sicht zu sein. Die Prognosen, die im Fachmagazin „Earth System Dynamics“ veröffentlicht wurden, beziehen sich auf dieses Jahrhundert und zeigen: Allein durch das Eis in der Antarktis würde der Meeresspiegel bei unvermindertem Treibhausgasausstoß um sechs bis 58 Zentimeter ansteigen. Damit wäre das Wachstum den Computersimulationen nach dreimal so stark wie in den vergangenen 100 Jahren.

Gelinge es hingegen, die Emissionen schnellstmöglich einzudämmen, liege die Spanne zwischen vier und 37 Zentimetern.

Video: Der Temperaturanstieg in der Antarktis

Erstmals mehr als 20 Grad in der Antarktis gemessen

So sind die Wissenschaftler im Rahmen der Studie vorgegangen

Für die Erstellung der Prognosen haben die Forscher Computersimulationen zur Antarktis laufen lassen, an denen 16 Eisschildmodellierungs-Gruppen mit 36 Forschenden aus 27 Instituten beteiligt waren. „Daraus ergeben sich dann die Zahlen, die einen Rahmen aufspannen“, erklärt Studienleiter Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). „Dabei ist das obere Ende des Rahmens für Küstenschützer interessant, denn hier wird ein Risiko aufgezeigt.“ Es handele sich zwar nicht um eine Gewissheit. Allerdings könnten die Prognosen dabei helfen, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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Meeresspiegel könnte bis Ende des Jahrhunderts um 150 Zentimeter steigen

Der Einfluss der Antarktis erweist sich als die größte Unbekannte für den Meeresspiegelanstieg weltweit, aber dadurch auch als das größte Risiko.

Anders Levermann, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Komme neben der Antarktis noch Wasser von Gebirgsgletschern oder aus Grönland hinzu, könnte der Meeresspiegel dem Forschungsteam zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts sogar um 150 Zentimeter steigen. „Der Einfluss der Antarktis erweist sich als die größte Unbekannte für den Meeresspiegelanstieg weltweit, aber dadurch auch als das größte Risiko“, erklärt Levermann. Für die nächsten Jahrzehnte könnten Küstenschutzmaßnahmen wie der Deichbau Abhilfe schaffen. Langfristig helfe aber nur eine Reduktion des „Verfeuerns“ von Kohle, Öl und Gas. „Was wir heute tun, bestimmt den Anstieg des Meeresspiegels über viele Jahrhunderte“, gibt der Experte zu bedenken.

Von Jessica Orlowicz/RND

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