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15:33 22.11.2012
Die ursprünglich in Ostchina beheimatete Wollhandkrabbe ist ein Beispiel für eingeschleppte Arten, die massive Auswirkungen auf die heimische Artenvielfalt haben. Quelle: dpa
Frankfurt am Main

Verschmutzte Fließgewässer in Deutschland werden häufiger von eingeschleppten Arten besiedelt. Das zeigen Untersuchungen des Senckenberg Forschungsinstitutes in Gelnhausen. Wie die Forscher am Donnerstag berichteten, habe die Ausbreitung invasiver Arten massive Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Zudem könne sie hohe Kosten verursachen.

Die Wissenschaftler untersuchten an fast 1000 Orten in Flüssen und Bächen das Risiko einer Invasion durch fremde Arten. Ihre Ergebnisse haben sie in den Journalen „Ecology and Evolution“ und „Biological Invasions“ vorgestellt.

Die ursprünglich in Ostchina beheimatete Wollhandkrabbe sei zum Beispiel als „blinder Passagier“ auf großen Schiffen eingereist und habe sich in Europa ausgebreitet. Die Krabbe und andere Arten würden künftig in deutschen Bächen und Flüssen zunehmen, sagte Forscher Stefan Stoll.

Vor allem in belasteten Gewässern bestehe ein erhöhtes Invasionsrisiko, etwa von Schnecken, Muscheln, Flohkrebsen und Asseln. Besonders an Orten mit erhöhter Salzbelastung, geringerer Sauerstoffsättigung und erhöhter Temperatur schienen sie sich wohlzufühlen. Durch die Zunahme des Schiffsfrachtverkehrs werde die Invasion langfristig zunehmen, schreiben die Forscher.

Im Rhein lebten heute bereits allein mehr als 45 Arten wirbelloser Einwanderer, heißt es. Die Neuankömmlinge verdrängten dabei die heimischen Arten. Angesichts der bedrohten Artenvielfalt spricht Stoll von einer „McDonaldisierung“. „Überall gibt es nur noch das gleiche Angebot“, erklärt der Biologe.

Die sogenannten Neozoen seien auch ein Kostenfaktor. Wollhandkrabben durchlöcherten etwa Deiche, Zebramuscheln verstopften Filter und Grundeln sorgten als Laichräuber für Einbußen in der Fischerei.

dpa

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