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Wissen E-Scooter und Hoverboards: Zulassung, Regeln, Versicherung
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15:26 03.04.2019
In den USA dürfen sie bereits im Straßenverkehr benutzt werden: Tretroller mit Elektroantrieb, sogenannte E-Scooter, hier Modelle des Anbieters Bird. Auch auf deutschen Fahrradwegen und Straßen könnten die E-Roller bald legal gefahren werden. Quelle: Magdalena Tröndle/dpa
Hannover

E-Autos, Elektrofahrräder oder mit Ökostrom betriebene Straßenbahnen - kaum ein Fortbewegungsmittel, was heute nicht auch in seiner umweltschonenden E-Variante unterwegs ist. Elektromobilität vereint den Gedanken der Nachhaltigkeit mit dem Wunsch unserer Gesellschaft, einfach und schnell von A nach B zu kommen.

Dass Hersteller von Kleinstfahrzeugen wie Roller oder Skateboards auf Elektroantrieb setzen, ist deshalb naheliegend. Schließlich prägen sie seit jeher das moderne Bild der mobilen und grünen Stadt. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff E-Kleinstfahrzeug und wie sieht die Gesetzeslage aus?

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E-Scooter: Von Elektromobilität zu Mikromobilität

Zunächst einmal muss geklärt werden, was mit den Begriffen E-Scooter und Hoverboard gemeint ist. Ersterer wird nämlich auch als Synonym für sogenannte Elektromotorroller verwendet. Das umschließt jedoch auch Mofas und Kleinkrafträder, für die, je nach Fahrzeugklasse, eine entsprechende Fahrerlaubnis erforderlich ist.

Solche E-Roller gibt es bereits seit Jahrzehnten, das erste elektrisch betriebene Zweirad-Modell wurde sogar bereits vor über 100 Jahren entwickelt. Wenngleich E-Mobilität also auf eine durchaus lange Geschichte zurückblickt, ist die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung erst im Zuge der Idee einer umweltfreundlichen Verkehrswende gestiegen.

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Im Bereich der Mikromobilität bezeichnen E-Scooter, mitunter auch E-Kickscooter genannt, hingegen einen elektrisch betriebenen Steh- beziehungsweise Tretroller mit Lenkstange. Neben Akku und Motor sind die Scooter meist noch mit einem Display sowie Rück- und Vorderlichtern ausgestattet. Außerdem lassen sich die meisten Modelle zusammenklappen, was die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtert.

Daneben zählen auch E-Boards zu den sogenannten Elektrokleinstfahrzeugen, kurz EKF. Hierunter gruppieren sich E-Skateboards, Hoverboards und Mono Wheels, auch Hoverwheels genannt. Gemein ist ihnen der elektrische Antrieb sowie die selbstfahrende und -balancierende Fahrweise, weswegen auch von Self-Balancing-Scooter oder Balance-Boards gesprochen wird.

Wer darf mit einem E-Scooter fahren?

Diese Frage sorgt momentan noch für große Verwirrung. Laut aktueller Gesetzeslage sind E-Scooter und E-Boards nämlich noch gar nicht auf deutschen Straßen und Radwegen zugelassen. Als eigene Fahrzeugklasse existieren die Gefährte nicht.

Bisher wurden E-Scooter und andere EKF als Kraftfahrzeuge eingestuft, da sie schneller als sechs Stundenkilometer fahren können. Das könnte sich jedoch bald mit der sogenannten „Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr“, kurz eKFV, ändern: Am 3. April 2019 hat das Bundeskabinett einen Entwurf zur eKFV beschlossen. Dieser muss nun noch vom Bundesrat angenommen werden. Eine Entscheidung könnte bereits am 17. Mai erfolgen.

Mit der Verordnung wird ein einheitlicher gesetzlicher Rahmen für Mikromobilität in Deutschland geschaffen. Dabei werden technische Aspekte, die die Zulassung von E-Kleinstfahrzeugen betreffen, ebenso abgedeckt, wie Fragen zum Verkehrsraum und zu Verkehrsregeln.

Welche Kriterien müssen für die Zulassung von EKF erfüllt sein?

Laut Branchenexperten, die Einsicht in den Entwurfstext der eKFV bekommen haben, werden unter anderen folgende Zulassungskriterien in der Verordnung definiert:

• Fahrzeuge, die stehend ohne Sitz, balancierend auch mit Sitz, und mit Lenk- oder Haltestange geführt werden.

• Die Höchstgeschwindigkeit liegt zwischen zwölf (ab vollendetem zwölften Lebensjahr) und 20 Stundenkilometer (ab vollendetem 14. Lebensjahr).

• Die Fahrzeuge dürfen maximal 70 Zentimeter breit, 140 Zentimeter hoch und 2 Meter lang sein; das Gewicht darf ohne Fahrer maximal 55 Kilogramm betragen

• Die Fahrzeuge müssen mit einem Vorder-, einem Rück- und einem Bremslicht, sowie mit zwei unabhängigen Bremsen und einer Klingel ausgestattet sein.

Darüber hinaus wird die Führerscheinpflicht offenbar wegfallen, auch eine Helmpflicht gibt es nicht. Versicherungspflichtig werden die Fahrzeuge indes bleiben. Da E-Scooter zukünftig wie Elektrofahrräder eingestuft werden, dürfen sie auf Fahrradwegen und Radfahrstreifen fahren. In Ausnahmefällen ist dementsprechend auch die Nutzung auf der Straße legitim.

E-Boards werden in der Verordnung, wie erwartet, nicht beachtet. Ob es für Hoverboards, Elektro-Skateboards und Mono Wheels eine Ausnahmeverordnung geben wird, ist nicht bekannt.

Mit einem Inkrafttreten der eKFV wird verschiedenen Medienberichten zufolge Ende Mai 2019 gerechnet, nachdem der Entwurf durch den Bundesrat und die EU-Kommission geprüft wurde.

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E-Scooter zur Mikromobilität in Deutschland

Da E-Scooter in anderen Ländern schon längst legal am Verkehr teilnehmen und dort neue Wirtschaftszweige hervorgebracht haben, drohte Deutschland bislang beim Thema Mikromobilität den Anschluss zu verlieren. Mit einer Zulassung von E-Scootern und anderen EKF erhoffen sich deutsche Investoren und Händler nun endlich auch hierzulande als Branche auf dem Markt zu etablieren.

Doch die Konkurrenz, allen voran aus China und den USA, könnte ihnen den Markteinstieg erschweren. Dabei dürften vor allem die vergleichsweise hohen Verkaufspreise den deutschen Anbietern zum Verhängnis werden. Vorteilhaft für den deutschen Markt ist dagegen, dass viele Städte über gut ausgebaute Fahrradwege verfügen.

E-Scooter: Fluch oder Segen für Innenstädte?

Was für die einen neue Wirtschaftsoptionen und mehr Mobilität bedeutet, löst bei anderen Skepsis aus. So befürchten Kritiker, dass die Straßenzulassung eine neue Flut an Sharing-Angeboten auslösen könnte. In den USA ist das damit einhergehende Problem bereits zu beobachten: Viele Nutzer von Sharing-Diensten lassen die E-Roller mitten auf Gehwegen oder vor Gebäuden stehen, wo sie Passanten behindern.

Doch auch in deutschen Innenstädten ist das Problem durch diverse Bike-Sharing-Dienste bekannt. Zwar soll es durch die kommende Verordnung klare Regeln für das Fahren und Abstellen von E-Kleinstfahrzeugen wie E-Scooter geben, trotzdem bleibt abzuwarten, wie harmonisch sich die neuen Roller in das Stadtbild einfügen werden.

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Von RND/pf

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