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Wissen Diese Merkmale entlarven toxische Beziehungen
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10:00 15.08.2020
Ein Mann und eine Frau streiten sich in ihrer Wohnung. (Symbolfoto) Quelle: picture alliance / dpa Themendie
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Hannover

Als Paartherapeut werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, woran eine toxische Beziehung denn erkennbar sei. Eine Standardantwort gibt es leider nicht. Und da auch meist kein roter Punkt auf deren Stirn klebt mit der Aufschrift “Achtung, toxisch”, führt kein Weg daran vorbei, es zu testen.

Aber beginnen wir von vorne. Was genau bedeutet denn eigentlich toxisch? Im Duden steht an erster Stelle “giftig”, an zweiter “sehr bösartig, gefährlich, schädlich, zermürbend”. Leider treffen alle Erläuterungen ziemlich ins Schwarze. Natürlich sind die Ausprägungen von Paar zu Paar unterschiedlich, aber für gewöhnlich erleidet mindestens einer der Partner seelische Schmerzen.

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In toxischen Beziehungen fehlt es an Empathie

Oft wird der Begriff der toxischen Beziehung in Zusammenhang mit Narzissmus, Borderline oder einer anderen psychischen Persönlichkeitsstörung beziehungsweise mit Anteilen davon genannt. Diese haben gemein, dass es ihnen unter anderem oft an Empathie für ihr Gegenüber fehlt. Diese wiederum ist jedoch einer der wichtigsten Bestandteile, um eine gesunde und erfüllende Partnerschaft zu leben.

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Die “Meilensteine” gesunder Beziehungen gilt es zu beachten

Das “Schöne” an toxischen Beziehungen ist, dass sie sich in den meisten Fällen direkt als eine solche outen. Nur sehen wir dies manchmal nicht, rosarote Brille sei Dank. Doch wenn wir unseren Verstand ebenfalls an den Dates teilhaben lassen, können wir sie recht schnell entlarven. Es gibt einige wichtige Punkte, auf die wir achten sollten. Ich nenne sie die Meilensteine einer gesunden Beziehung. Fehlt eines oder gar mehrerer dieser Kennzeichen, ist Vorsicht geboten.

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Konsistenz: Die Stimmung sollte nicht zu sehr schwanken

Das erste Merkmal ist die Konsistenz. Die Treffen sollten konsistent sein, sprich in regelmäßigen Abständen stattfinden und nicht immer wieder aufgrund irgendwelcher Vorkommnisse verschoben werden. Auch die Stimmung sollte konsistent sein. Natürlich rennen wir nicht immer alle wie ein Honigkuchenpferd herum. Doch wenn unser Gegenüber das eine Mal aus dem Schwärmen nicht herauskommt und beim anderen Mal völlig kalt und unnahbar ist, sollten wir wachsam den weiteren Verlauf beobachten.

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Nicht aus der Balance bringen lassen

Weiter geht es mit der Balance, die eng mit der Konsistenz verknüpft ist. Eine gesunde Beziehung sollte mich in und nicht aus der Balance bringen. Verbale Eskalationen, unnatürliches Verhalten oder das Verlieren in völliger Verlust- oder Bindungsangst sind hierbei nicht hilfreich.

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Progression: “Nach vorne” ist die beste Richtung

Ein weiteres Kennzeichen für eine gesunde Beziehung ist die Progression. Der Verlauf einer Partnerschaft sollte in einem angenehmen und gesunden Tempo geschehen und eine Weiterentwicklung deutlich erkennbar sein. “Auf der Stelle stehen zu bleiben” ist daher eher ungünstig. Lernt man beispielsweise zwar die Freunde kennen, die Familie jedoch nicht oder darf man nie in die Wohnung des Partners, ist das kein gutes Zeichen. Die Geschwindigkeit ist natürlich sehr variabel, doch es sollte sich immer in die eine Richtung entwickeln: nach vorne.

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Sexuelle und emotionale Intimität zulassen

Das vierte Kennzeichen ist die Intimität. Darunter ist nicht nur der sexuelle Aspekt zu verstehen, sondern auch oder sogar vor allem der emotionale. Nur wenn sich beide Partner öffnen, dem anderen vertrauen und sich somit verwundbar machen, kann echte Nähe und irgendwann Liebe entstehen. Verschließt sich einer der Partner vor dieser Intimität, kann sich daraus keine gesunde und erfüllende Beziehung entwickeln.

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Jede Beziehung ist individuell

Wie immer gilt, dass jede Beziehung ihre ganz eigene Dynamik hat und ein Überstülpen eines Schema F nicht zielführend ist. Dennoch sind diese Merkmale ein gutes Indiz dafür, ob sich die Partnerschaft in eine gesunde und damit gute Richtung entwickelt. Sind wir achtsam und haben diese Meilensteine im Hinterkopf, erkennen wir toxische Beziehungen trotz rosaroter Brillen oder fehlender roter Punkte.

Der Autor und seine Kurse sind zu erreichen über www.liebeschip.de. Sein Buch “Der Liebescode” ist 2019 im Handel erschienen.

Der Artikel "Diese Merkmale entlarven toxische Beziehungen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.