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Mehr Welt Wissen Pille danach und Anstieg der Abtreibungen
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11:13 20.03.2016
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Symbolbild Quelle: dpa
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Berlin

Seit Jahren nimmt die Zahl der Abtreibungen kontinuierlich ab - so auch 2015, um 0,5 Prozent. Eine gute Nachricht. Doch die Statistik kann auch anders gelesen werden, meinen zumindest Frauenärzte. Danach gab es im Verlauf des vergangenen Jahres sehr wohl eine Trendwende - hin zu einem neuerlichen Anstieg der Schwangerschaftsabbrüche.

Wie lesen Frauenärzte die Zahlen des Statistischen Bundesamtes?

Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, argumentiert: Der Rückgang setzt sich nur im ersten Quartal 2015 fort. In den Quartalen zwei bis vier gebe es im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Schwangerschaftsabbrüche. Das hänge zeitlich mit der Rezeptfreiheit der Pille danach seit Mitte März 2015 zusammen, also dem Verkauf der Notfallverhütung nach ungeschütztem Sex am Apothekenschalter ohne fachärztliche Beratung.

Wie entwickelte sich der Absatz der Pille danach?

Im Februar 2015 lag der Absatz der Pille danach noch bei etwas mehr als 38 000 Packungen. Nach dem März 2015, also ab dem zweiten Quartal, schnellte er hoch und erreichte im August mit mehr als 62 000 Packungen einen Höchststand. Im September ging er dann wieder zurück auf gut 55 800, um bis Ende vergangenen Jahres auf etwas mehr als 61 000 zu steigen. Der Absatz nahm also seit dem zweiten Quartal 2015 von 38 000 auf im Schnitt 60 000 zu.

Sind Mädchen und Frauen wie befürchtet leichtsinniger geworden?

Die Statistik lässt eine solche Vermutung nicht wirklich zu. Die Alterskurve bei den Abtreibungen 2015 unterscheidet sich nicht wesentlich von den Vorjahren. Die Zahl der Abtreibungen nimmt ab 20 Jahren zu auf gut 24 000 im Alter von 25 bis 30 Jahren und fällt dann bis 40 wieder deutlich ab.

Hat die Pille danach den gewünschten Nutzen?

Christian Albring sagt, es würden zwar mehr Präparate verkauft, aber davon bleibe offensichtlich ein höherer Anteil als vorher wirkungslos. Zumindest ein Teil der Frauen nehme offensichtlich für ihr Gewicht oder die nötige Wirkungsdauer nicht passende Präparate.

dpa

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