Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Wissen Die Milchstraße weist Mistkäfern den Weg
Mehr Welt Wissen Die Milchstraße weist Mistkäfern den Weg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:51 25.01.2013
Mistkäfer nutzen einer Studie zufolge die Milchstraße zur Orientierung. Quelle: dpa

Mistkäfer nutzen unter anderem die Milchstraße zur Orientierung. Das Sternenlicht helfe ihnen dabei, ihre Kotkugeln möglichst schnurgerade von einem Dunghaufen wegzurollen, berichten Wissenschaftler aus Schweden und aus Südafrika im Fachblatt „Current Biology“. Mit ihrer Arbeit sei erstmals überzeugend nachgewiesen, dass ein Insekt die Sterne zur Navigation nutzt. Dass die Milchstraße als Orientierungsmarke dient, sei noch nie zuvor im Tierreich beobachtet worden.

Die Forscher um Marie Dacke von der Lund Universität (Lund) in Schweden hatten zunächst Skarabäen (Scarabaeus satyrus) in einer sternenklaren Nacht im Freiland getestet, wo sie die Tiere samt Dungkugel in eine kleine Arena setzten. Einigen Exemplaren hatten die Forscher Kappen aufgesetzt, so dass von oben kein Licht in ihre Augen fiel. Diese Käfer rollten ihre Kugeln nun in Schlangenlinien durch die Arena, während die Käfer, die den Himmel sehen konnten, halbwegs gerade von der Mitte der Arena zum Rand liefen. Damit lag die Vermutung nahe, dass die Käfer Lichter am Nachthimmel zur Orientierung nutzen.

Eine gute Orientierungsmarke ist das Mondlicht, zeigten weitere Experimente. Allerdings legten die Käfer auch in mondlosen Nächten recht gerade Wege zurück. Dies brachte die Forscher auf die Idee, dass die Mistkäfer auch das Sternenlicht zur Orientierung nutzen könnten. Allerdings können die kleinen Käfern die meisten Sterne mit ihren Augen nicht als einzelne Lichtpunkte wahrnehmen, schreiben die Forscher. Um zu untersuchen, welches Sternenlicht die Käfer nutzen, fuhren die Forscher samt Mistkäfern und der mobilen Versuchsarena ins Planetarium von Johannesburg.

Dort wiederholten sie die Versuche, während sie verschiedene Himmelsbilder leuchten ließen. So krabbelten die Mistkäfer einmal unter einem sternenklaren Himmel mitsamt der Milchstraße, ein anderes Mal nur unter der Milchstraße oder nur unter einer Auswahl verschiedener Sterne. Die Versuche zeigten eindeutig, dass die Käfer sich in mondlosen Nächten nicht an einzelnen Leitsternen orientieren, sondern an der Milchstraße insgesamt. Im realtiv trockenen Südafrika ist die Milchstraße in der Regel wesentlich deutlicher zu sehen als in Mitteleuropa.

Das Forscherteam um Dacke hatte bereits in früheren Studien gezeigt, dass die Mistkäfer das Licht der Sonne und des Mondes nutzen, um ihren Kurs beizubehalten. Die Käfern „tanzen“ dabei auch immer wieder auf der Dungkugel, um den Sonnenstand festzustellen. Für die Käfer ist es wichtig, ihre Dungkugel möglichst schnell möglichst weit weg vom Dunghaufen zu rollen. Wenn sie versehentlich dorthin zurücklaufen, besteht nämlich die Gefahr, dass Artgenossen ihnen ihre Kugel streitig machen.

dpa

Aus Angst vor Bioterrorismus legten Wissenschaftler Anfang 2012 alle Forschungen an einer hochgefährlichen Vogelgrippe-Variante vorübergehend auf Eis. Jetzt erklärten sie das Moratorium in einem offenen Brief für beendet - außer in den USA.

24.01.2013

Wer mit kleinen Bissen isst, fühlt sich schneller satt. Dieser Effekt tritt selbst dann ein, wenn beim Essen der Fernseher läuft und ablenkt. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der niederländischen Universität Wageningen.

23.01.2013

Oxytocin gilt als „Kuschelhormon“: Beim Menschen beeinflusst es etwa die Bindung zwischen Mutter und Neugeborenem. Eine Studie zeigt nun: Auch bei Beziehungen von Schimpansen spielt es eine wichtige Rolle.

23.01.2013