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15:38 04.01.2013
Die Anlage ermöglicht es Fischen, von der Nordsee zu ihren Laichplätzen im oberen Lauf der Elbe zurückzukehren. Quelle: dpa
Hamburg

Eine Million Fische haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren die größte Fischtreppe Europas in Geesthacht bei Hamburg genutzt. Das gehe aus den täglichen Zählungen des Instituts für angewandte Ökologie hervor, teilte der Energiekonzern Vattenfallam Freitag in Hamburg mit. Als millionsten Fisch zählten die Biologen und Fischereiökologen eine 50 Zentimeter lange Quappe mit einem Gewicht von 972 Gramm. Die Anlage ermöglicht es Fischen, von der Nordsee zu ihren Laichplätzen im oberen Lauf der Elbe zurückzukehren.

Die Fische werden am oberen Ende der Fischtreppe in einer Reuse gefangen, gezählt und in die Elbe gesetzt, wie Markus Faller vom Institut für angewandte Ökologie, Außenstelle Geesthacht, erläutert. Durchschnittlich passieren Vattenfall zufolge inzwischen täglich 40.000 Fische die Anlage auf ihrem Weg von der Unter- zur Mittelelbe.

Der Konzern hatte die Fischtreppe 2010 für 20 Millionen Euro errichtet. Sie ist Teil der Genehmigungsbedingungen für das umstrittene Kraftwerk in Hamburg-Moorburg. Ohne Hilfe können wandernde Fische das Stauwehr bei Geesthacht, das vor mehr als 50 Jahren gebaut wurde, nicht überwinden. Die Anlage am Nordufer der Elbe ist 550 Meter lang und besteht aus knapp 50 Becken.

Die Zählungen belegten, dass die neue Wanderhilfe für die Fische gut zu finden und zu passieren ist, heißt es in der Mitteilung. Nicht nur schwimmstarke Arten wie Neunaugen, Lachse, Aale oder Meerforellen nutzen die Anlage. Auch typische Elbfische wie Quappe, Zander, Hecht und Wels, denen zumeist nur ein schwacher Wandertrieb unterstellt werde, wurden in großer Zahl beobachtet. Vor allem aber versetze die Aufstiegsanlage leistungsschwache Fischarten wie Stichling, Ukelei und Stint in die Lage, das Wehr in Geesthacht zu überwinden und zu geeigneten Lebensräumen zu gelangen. Insgesamt hätten 45 Fischarten seit Beginn der Zählungen im August 2010 die Anlage genutzt.

dpa

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