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Wissen Der elektrische Toaster wird 100
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11:21 30.05.2009
Toaster mit Totenkopfmotiv.
Toaster mit Totenkopfmotiv. Quelle: Frank Wilde
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Auch wenn die Erfindung von Frank Shailor nun ihr hundertjähriges Jubiläum feiert, ist die Geschichte des Toasters sehr viel älter. Bereits die alten Ägypter suchten Wege, Brot mittels zweiseitigen Röstens haltbarer zu machen. Auch die römischen Legionäre hielten ihre Brotrationen über offenes Feuer. Auf die Römer gehen auch die lateinischen Worte torrere (rösten) und torreo (trocken) zurück.

Geröstet wurde das Brot auf unterschiedlichste Weisen, etwa auf einem heißen Stein, auf langen Gabeln oder Spießen. Doch die Erfindung der Elektrizität öffnete im 19. Jahrhundert den Weg für eine neue Entwicklung. Die Elektrifizierung führte schnell zu zahlreichen Neuerungen auch im Haushalt. Bei der Weltausstellung in Chicago 1893 zeigte der Schweizer Friedrich Wilhelm Schindler eine Küche mit elektrischem Backofen, Küchenherd, Schnellkocher und Bügeleisen.

Der Toaster war allerdings noch nicht da. Erst die Erfindung von Albert Marsh im Jahr 1905 machte den Weg für den heute gängigen Frühstückstoast frei. Marschs Patent für eine Chrom-Nickel-Legierung, die er Chromel nennte, erlaubte die Herstellung von Heizdrähten, die keine Funken schlugen, rauchten oder brannten, dafür aber oft erhitzt und wieder abgekühlt werden konnten. Die sogenannten Chromel-Heizdrähte stellten das Herz des Toasters dar.

Viele Unternehmen aus England und den USA streiten bis heute, wer die führende Rolle bei Herstellung des ersten Toasters gebührt. Verschiedene Prototypen wurden bereits seit Ende des 19. gebastelt. Als Favorit etablierte sich allerdings das Modell D-12 von Frank Shailor, weil er als der erste kommerziell erfolgreiche Toaster gilt. Obwohl das Brot damals noch per Hand gewendet werden musste, verkaufte sich der D-12 millionenfach in den USA, bevor er nach Europa kam.

1919 machte der erste Toaster mit einstellbarer Röstzeit Furore. Ende der 1930er Jahre war bereits das Auswurfsystem verbreitet. Die technische Charakteristik des Toasters war bis Mitte des 20. Jahrhunderts so weit optimiert, dass sein Aussehen zunehmend vom Industriedesign bestimmt wurde. Sowohl von außen als auch von innen passte sich der Toaster dem Zeitgeist an. Von klassischem Toast mit knusprig gebrannten Streifen bis hin zur Röstung mit Herzen oder Mickey-Mouse-Figur sind der Fantasie heute keine Grenzen gesetzt.

Obwohl die grundlegende Funktion der Toaster in den vergangenen 50 Jahren unverändert geblieben ist, experimentieren die Techniker weiter. Bereits 1990 entwickelten Simon Hackett und John Romkey einen sogenannten Internet-Toaster, der online kontrolliert werden kann. 2001 präsentierte Robin Southgate einen Wetter-Toaster, der die aktuelle Wettervorhersage auf die Brotscheibe röstet. Ob es sonnig oder bewölkt wird, erfährt der meteorologischen Toaster nach Verbindung mit einer vorprogrammierten Nummer.

ddp