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13:56 24.12.2019
Eine Erzieherin in Hannover liest mit Zwillingen ein Buch. Mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse des Schulleistungsvergleichs Pisa hat Bundesbildungsministerin Karliczek dazu aufgerufen, in den Familien mehr vorzulesen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

Mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse des Schulleistungsvergleichs Pisa hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek dazu aufgerufen, in den Familien mehr vorzulesen. "Eltern sollten ihren Kindern schon früh vermitteln, dass Lesen und Bücher zum Leben gehören und das Leben bereichern", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

"Das beginnt damit, dass Eltern, aber auch vielleicht die Omas und Opas den Kindern möglichst früh vorlesen. Am besten jeden Abend vor dem Schlafengehen." Das stärke auch die Beziehung zu den Kindern. Gerade die Weihnachtszeit bietet sich nach Ansicht der Bildungsministerin zum gemeinsamen Lesen in den Familien an.

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Ergebnisse der Pisa-Studie im Bereich Lesen "erschreckend"

Die Anfang Dezember veröffentlichte Pisa-Studie hatte im Bereich Lesen einige besorgniserregende Befunde für Deutschland hervorgebracht: Jeder zweite Jugendliche liest nur, wenn es sein muss. Jeder Dritte sagt, Lesen sei Zeitverschwendung. Zudem kam heraus, dass jeder fünfte 15-Jährige in Deutschland Texte nicht sinnverstehend lesen kann. Karliczek nannte das "erschreckend". In einem hoch entwickelten Land wie Deutschland müsse jeder gut lesen können, um in der Gesellschaft und im Arbeitsleben gut zurechtzukommen. "Lesen und Vorlesen sollten insgesamt einen ganz neuen Stellenwert bekommen." Nach Ansicht der Bildungsministerin geht es im Smartphone-Zeitalter mit den vielen schnellen Informationen vor allem um "vertieftes Lesen". Nur darüber erschließe man sich komplexe Sachverhalte.

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Neben dem Elternhaus sieht Karliczek auch die Bildungsinstitutionen in der Pflicht, um Sprach- und damit auch Lesekompetenzen zu verbessern. Mit Blick auf die unbefriedigenden Lese-Ergebnisse der Pisa-Studie sagte sie: "Wir müssen alle versuchen, das zu ändern – die Eltern, die Schule, wir alle." Die CDU-Politikerin ist zum Beispiel für verbindliche Sprachprüfungen in den Kitas im Alter von vier Jahren. Dann sei genug Zeit, die Kinder bis zum Beginn der Schule zu fördern.

Frühkindliche Bildung mit schulischer Bildung verzahnen

"Wir müssen die frühkindliche Bildung besser mit der schulischen Bildung verzahnen", sagte Karliczek. Sie erhofft sich auch neue Impulse von den Bundesländern. Diese sind in Deutschland selbst für ihre Bildungssysteme zuständig, was aber auch zu vielen Unterschieden führt. Zuletzt hatten die Länder die Gründung eines wissenschaftlichen Beratungsgremiums vereinbart, um untereinander mehr Vergleichbarkeit und Qualität zu erreichen.

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Einen von Karliczek für diesen Zweck geplanten Nationalen Bildungsrat hatten Bayern und Baden-Württemberg abgelehnt, weil sie zu viel Einfluss aus Berlin befürchteten. Zum Beschluss der Länder, nun ein eigenes Gremium zu gründen, sagte Karliczek: "Es muss mehr sein, als eine Absichtserklärung. Die Erwartung habe ich schon."

RND/dpa

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