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Wissen Bienenseuche: Wie gefährlich ist die Amerikanische Faulbrut?
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16:19 14.06.2019
Die Amerikanische Faulbrut vernichtet die Bienenbrut. Ohne erfolgreiche Behandlung müssen die Völker getötet werden. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Hannover

In Bremen und Leipzig ist die Bienenseuche ausgebrochen. Für Imker bedeutet das im schlimmsten Fall, dass ihre befallenen Bienenvölker getötet werden. Die Untersuchungen von Amtsärzten und Sachverständigen könnten einige Monate in Anspruch nehmen – bis dahin dürfen Bienen, Waben, Wachs, Honig, Futtervorräte und benutzte Geräte nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Doch was ist die Bienenseuche überhaupt?

Was ist die Bienenseuche?

Die Bienenseuche – oder Amerikanische Faulbrut – ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Brut von Bienenvölkern befällt, schreibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel. Dadurch stirbt die Brut größtenteils ab. Das führt wiederum dazu, dass das Volk aus deutlich weniger Bienen besteht und nicht mehr stark genug ist, zu überwintern. Die Infektionskrankheit zählt zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen.

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Ist die Bienenseuche gefährlich für Menschen?

Nein, die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar. Auch der Honig kann ganz ohne Bedenken verzehrt werden. Der sporenbildende Erreger Paenibacillus larvae infiziert nur Bienenlarven und nur die Sporen des Bakteriums sind infektiös, heißt es beim Länderinstitut für Bienenkunde (LIB). Allerdings dürfen Bienen nicht mit infiziertem Honig in Kontakt kommen, da sie sich so anstecken können. Erwachsene Bienen sind zwar gegen den Erreger resistent, können ihn aber so weiter verbreiten. Wenn zu viele Larven an der Bienenseuche sterben, könnte das das Ende des gesamten Volkes bedeuten.

Wie verbreitet sich die Bienenseuche?

Sporen des Erregers gelangen in erster Linie über kontaminierten Honig oder infizierten Waben in gesunde Bienenvölker, informiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Verseuchten Honig finden Bienen beispielsweise in der Nähe von Glascontainern oder Mülldeponien und in sogenannter Ablenkfütterung für Wespen. Durch Körperkontakt und Futteraustausch werden die Sporen dann im Bienenvolk verteilt. Die Larven nehmen die Sporen mit dem Futter auf.

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Wie wirkt sich die Bienenseuche auf Larven aus?

Im Darm keimen die Sporen aus und die stäbchenförmigen Bakterien vermehren sich. Meist ist eine relativ große Sporenmenge nötig, damit die Krankheit ausbricht. Larven, die nur wenige Stunden alt sind, können sich aber bereits mit einer sehr geringen Anzahl an Sporen infizieren. Danach durchbrechen die Bakterien laut dem LIB die Darmwand und befallen das übrige Gewebe der Larven. Dabei wird die Larve getötet und zu einer fadenziehenden Masse zersetzt, die zu dunkelbraun gefärbtem Schorf trocknet. Dieser sogenannte Faulbrutschorf ist nur schwer von den Zellen der Bienenwabe zu entfernen und enthält Millionen der Krankheitserreger.

Woran erkennt man die Bienenseuche?

Sichtbar wird die Infektion an der betroffenen Brutzelle: Ein typisches Symptom der Bienenseuche sind dunkel verfärbte, eingesunkene Zelldeckel. Diese sehen zudem feucht und löchrig aus, schreibt das Friedrich-Löffler Institut (FLI), das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit in Deutschland. Sehr charakteristisch sind auch der bräunliche, fadenziehende Schleim aus Larven und der kaffeefarbene Schorf der getrockneten Larven. Das Muster des Brutnests ist unregelmäßig, mosaikartig oder lückenhaft. Auch am Geruch kann man die Bienenseuche erkennen: Die erkrankten Larven riechen streng und faul.

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Bienenseuche bricht aus: Was passiert dann?

Bei einem Ausbruch der Bienenseuche werden alle betroffenen Bienenvölker von Amtstierärzten und Sachverständigen untersucht, berichtet die Bayrische Landesanstalt Weinbau und Gartenbau (lwg). Je nach der Schwere der Erkrankung, der Anzahl der betroffenen Völker und anderen Kriterien wird dann eine von mehreren Methoden angewendet, um die Infektion zu bekämpfen. In der Regel werden die erkrankten Völker getötet. Wenn der Befall noch nicht so massiv ist, kann aber auch das sogenannte Kunstschwarmverfahren durchgeführt werden. Dabei bleiben alle erwachsenen Bienen am Leben, jedoch werden alle Waben einschließlich der Brut vernichtet. Nach einer Behandlung müssen alle Materialien desinfiziert oder entsorgt werden, die mit befallenen Bienenvölkern in Kontakt gekommen sind.

Von RND/bk/dpa

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