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Wissen Bei Schweinegrippe-Verdacht den Arzt anrufen
Mehr Welt Wissen Bei Schweinegrippe-Verdacht den Arzt anrufen
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18:02 22.07.2009
Mit einem Impfstoff wird erst im Herbst gerechnet. In Deutschland soll dann etwa ein Drittel der Bevölkerung geimpft werden. (Symbolbild) Quelle: Jens-Ulrich Koch/ddp
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WORAN ERKENNE ICH DIE SCHWEINEGRIPPE?

Die Symptome ähneln denen der „normalen“ Wintergrippe. Es kann zu Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit kommen. Manchen Menschen klagen auch über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Andere Patienten zeigen wiederum kaum Symptome, sie merken also gar nicht, dass sie die Schweinegrippe haben, können aber trotzdem andere infizieren.

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WIE STECKE ICH MICH AN?

Schweinegrippe wird überwiegend durch Tröpfchen beim Sprechen, aber vor allem beim Husten oder Niesen übertragen. Vermutet wird, dass die Viren auch über verseuchte Oberflächen wie Türklinken übertragen werden können. Über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund gelangen die Erreger in den Körper.

WAS IST BEI EINEM SCHWEINEGRIPPE-VERDACHT ZU TUN?

Auf jeden Fall sollte der Arzt telefonisch informiert werden, damit man beim Warten im Wartezimmer keine anderen Personen ansteckt. Generell sollten enge Kontakte zu anderen Menschen vermieden werden. Der Arzt entnimmt einen Rachen- oder Nasenabstrich und schickt ihn in ein Labor, das den Verdacht bestätigt oder aber Entwarnung gibt.

WAS PASSIERT BEI ERKRANKUNGEN IM AUSLAND?

Auch hier gilt: Möglichst von Mitreisenden fernhalten und einen Arzt oder in einer Klinik anrufen. Urlauber müssen dabei in Kauf nehmen, dass sie zum Beispiel in einem Hotel isoliert werden.

WIE KANN ICH MICH VOR ANSTECKUNG SCHÜTZEN?

Experten raten zu einfachsten Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen. Wer husten muss, tut das besser nicht in die Hand, sondern in den Ärmel. Dann bleiben die Hände sauber. Beim Husten werden unzählige Viren aus dem Körper katapultiert, die dann an den Händen kleben bleiben und weiterverbreitet werden.

WELCHE MEDIKAMENTE STEHEN ZUR VERFÜGUNG?

Eine Schweinegrippe-Infektion kann mit herkömmlichen antiviralen Medikamenten, die in jeder Grippesaison zum Einsatz kommen, behandelt werden. Die sogenannten Neuraminidase-Hemmer Tamiflu mit dem Wirkstoff Oseltamivir und Relenza (Zanamivir) können die Symptome deutlich mildern. Entscheidend ist, dass innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen mit der Therapie begonnen wird. Aus mehreren Ländern wurden zuletzt Resistenzen gegen Tamiflu gemeldet; bisher handelt es sich aber um Einzelfälle.

GEHÖRT TAMIFLU FÜR DEN NOTFALL INS URLAUBSGEPÄCK?

Experten raten von privaten Vorräten ab. Die Medikamente sind rezeptpflichtig und müssen unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine Unterdosierung könnte zum Beispiel Resistenzen bei Viren fördern. Zudem ist die Eigendiagnose bei einer Influenza unzuverlässig, da sie auch mit anderen akuten Erkrankungen verwechselt werden kann.

GIBT ES IN DEUTSCHLAND GENUG VORRÄTE FÜR DEN ERNSTFALL?

Bund und Länder haben für rund 30 Prozent der Bevölkerung Vorräte an antiviralen Mitteln wie Tamiflu angelegt. Damit sollen im Notfall zunächst besonders gefährdete Gruppen wie medizinisches Personal und Sicherheitskräfte versorgt werden.

WANN WIRD EIN IMPFSTOFF ZUR VERFÜGUNG STEHEN?

Mit einem Impfstoff wird erst im Herbst gerechnet. In Deutschland soll etwa ein Drittel der Bevölkerung geimpft werden. Vorrang haben medizinisches Personal und Angehörige von Polizei und Feuerwehr. Chronisch Kranke, Schwangere und andere Risikogruppen sollten ebenfalls geimpft werden.

afp