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Wissen Autohupen könnten künftig vor Naturkatastrophen warnen
Mehr Welt Wissen Autohupen könnten künftig vor Naturkatastrophen warnen
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16:18 02.07.2009
Autohupen könnten künftig als Warnsystem dienen. Quelle: Ralf Decker
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Forscher am Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT in Euskirchen haben laut einem Bericht des Instituts vom Donnerstag das Patent für eine Technologie eingereicht, mit der im Katastrophenfall die Hupen geparkter Autos ausgelöst werden. Die Experten wollen dafür das Notrufsystem „eCall“ nutzen, das ab September 2010 zur Ausrüstung jedes Neuwagens gehören soll und eigentlich entwickelt wurde, die Zahl der Unfalltoten zu reduzieren.

Auf Initiative der EU-Kommission soll demnach jeder Neuwagen künftig mit einem Elektronikmodul ausgestattet werden, das aus einem GPS-Sensor und einer Mobilfunkkomponente besteht. Damit können beispielsweise Unfallzeitpunkt, Koordinaten und Fahrtrichtung an eine Notrufzentrale übermittelt werden. Nach Ansicht der Forscher kann diese Infrastruktur auch für die Warnung der Bevölkerung vor Überschwemmungen, Großfeuern oder einem Chemieunfall genutzt werden, indem die Melde- und Lagezentren entsprechende Signal senden, die die Hupen abgestellter Autos auslösen.

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Der Vorschlag hat nach Ansicht der Fraunhofer-Forscher einen klaren statistischen Vorteil: Bereits 14 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge reichen demnach aus, um eine flächendeckende Alarmierung zu ermöglichen. Nach einer Aufbauphase von zwei bis vier Jahren könnte das Warnsystem einsatzfähig sein. „Alle bisher vorgeschlagenen Lösungen, wie etwa Handy oder Rauchmelder, informieren immer nur den Benutzer dieses Gerätes“, erklärte INT-Mitarbeiter Guido Huppertz. Das neue System solle die anderen Möglichkeiten allerdings nur ergänzen und nicht ersetzen.

afp