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Wissen Auch bei Schimpansen fördern Geschenke die Beziehung
Mehr Welt Wissen Auch bei Schimpansen fördern Geschenke die Beziehung
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10:38 08.04.2009
Forschungen mit Schimpansen bestätigen den Tausch "Fleisch gegen Sex". Quelle: Rob Elliott/afp
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Warum Männchen ihre Jagdbeute mit den Weibchen teilen, hatte die Forscher bislang vor ein Rätsel gestellt. Die neuen Forschungsergebnisse stützen nun die Annahme, dass beide Seiten eine Art Tauschgeschäft "Fleisch gegen Sex" eingehen.

Bei ihren Studien in einem Nationalpark an der Elfenbeinküste konnten die Leipziger Wissenschaftler zeigen, dass Weibchen häufiger mit jenen Männchen kopulierten, die wenigstens einmal ihre Jagdbeute mit ihnen geteilt hatten. Männchen, die nie von ihrer Beute abgaben, gingen hingegen leer aus. "Männchen, die mit Weibchen ihre Jagdbeute teilen, verdoppeln ihren Paarungserfolg", berichtet die Anthropologin Cristina Gomes. Weibchen, denen es schwer falle, selbst zu jagen, könnten dadurch ihre Kalorienaufnahme erhöhen, ohne sich dem hohen Energieverbrauch und Verletzungsrisiko einer Jagd aussetzen zu müssen.

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"Die Ergebnisse unserer Studie werden einen Einfluss auf das haben, was wir heute über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen wissen", erwartet Christophe Boesch vom Leipziger Max-Planck-Institut. Die Forschung werde künftig versuchen herauszufinden, ob es auch bei menschlichen Jäger- und Sammlergesellschaften einen Zusammenhang zwischen dem "Ernährungsvorteil", den Frauen von männlichen Jägern erhalten, und dem Fortpflanzungserfolg besonders guter Jäger gebe. Die Ergebnisse der Studie wurden im Online-Journal PloS ONE veröffentlicht.

afp