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Wissen Anstieg von Geldautomaten-Betrug
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11:27 07.09.2009
Quelle: Finn
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Im Vergleich zu 2007 legte die Kriminalität in Zusammenhang mit Geldautomaten im vergangenen Jahr um 149 Prozent zu, wie die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (Enisa) am Montag mitteilte. Gründe für den Anstieg sind demnach die wachsende Zahl der Geldautomaten in Europa sowie immer ausgeklügeltere Methoden der Betrüger. Laut Enisa entstand 2008 durch Geldautomaten-Kriminalität in Europa ein Schaden von knapp einer halben Milliarde Euro.

Die Zahl der Geldautomaten in Europa ist den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf fast 400.000 gestiegen - fast drei Viertel davon finden sich in den fünf EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Viele von ihnen stehen mittlerweile fernab von Bankfilialen zum Beispiel an Tankstellen, an Flughäfen oder in Supermärkten, was Kriminellen in manchen Fällen ihr Handwerk erleichtern kann.

Die Enisa warnt Verbraucher vor besonders gängigen Methoden des Karten- und Geheimcode-Klaus: Dazu gehören das klassische Über-die-Schulter-Gucken in der Warteschlange ebenso wie als Skimming bekannte Techniken, um an die Pin-Nummer zu kommen: Dies geschieht der Enisa zufolge mit Hilfe einer kleinen Überwachungskamera, einer falschen, über das eigentliche Eingabefeld gelegten Eingabe-Tastatur - oder sogar mit falschen Geldautomaten. Allein 2008 wurden laut Enisa europaweit rund 10.300 Skimming-Vorfälle nachgewiesen.

Die Bankkarte holen sich die Diebe etwa durch Techniken, bei denen die Karte im Automat steckenbleibt und später vom Betrüger herausgeholt wird, wie die Enisa weiter warnt. Auch sind sie in der Lage, den Abhebevorgang mittendrin zu unterbrechen - ist das Opfer gegangen, beenden sie ihn dann selbst. Organisierte Banden hacken sich zudem in die Computersysteme der Banken und Websites ein und besorgen sich dort Pin- und Kontodaten.

Ein drastischer Anstieg wurde auch bei besonders brachialen Vorgehensweisen verzeichnet: Der Enisa zufolge stieg die Zahl des Raubs ganzer Geldautomaten 2008 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Drittel. Dazu wurden Wände mit Fahrzeugen gerammt, Sprengsätze gezündet und Kreissägen und Bohrer genutzt, um an die Geldautomaten zu kommen.

Die Enisa forderte die europäischen Verbraucher zu erhöhter Wachsamkeit auf. Die Agentur rät beispielsweise, wann immer möglich, Geldautomaten in Bankgebäuden zu nutzen und einen Bogen um freistehende Automaten zu machen. Die Geldautomaten sollten gut beleuchtet sein - jedes Gerät sollte vor dem Benutzen zudem auf Anzeichen für eine Manipulation geprüft werden: Verbraucher sollten also genau hinschauen, ob womöglich zusätzliche - illegale - Kameras installiert oder Extra-Bauteile am Automaten montiert wurden.

afp