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Wissen Ambrosia 2019 - wie gefährlich ist die Allergiepflanze und wie erkennt man sie?
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08:35 19.06.2019
Ambrosia breitet sich aus: Mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske ausgerüstet beseitigt ein angehender Forstwirt im Forstrevier Dammendorf bei Müllrose (Brandenburg) Beifuß-Ambrosiapflanzen. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Hannover

Insbesondere in Brandenburg verbreitet sich die Ambrosia, auch Asthma-Pflanze genannt, derzeit rasant. Als hochallergene Pflanze stellt sie insbesondere für Allergiker ein hohes Risiko dar. Doch auch wer bisher keine Allergien gezeigt hat, sollte versuchen, den Kontakt mit der Ambrosia-Pflanze zu vermeiden.

Ambrosia-Plage 2019: Die „Asthma-Pflanze”

Die Ambrosia-Pflanze produziert rund 60.000 Samenkörner, die bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben. Bis zu einer Milliarde Pollen kann eine einzige Pflanze freisetzen. Dabei reichen bereits fünf Pollen aus, um eine allergische Reaktion hervorzurufen.

Die Pollen sind klein genug um in die Bronchien zu gelangen, wo sie allergische Reaktionen auslösen können. Etwa 80 Prozent aller Pollenallergiker reagieren auch auf Ambrosia, von denen ca. die Hälfte anschließend dauerhaft allergisch dauerhaft allergisch dagegen sind. Bereits rund zehn Ambrosia-Pollen pro Kubikmeter Luft können eine Allergie oder Asthma auslösen.

Rund 12 Prozent der Deutschen reagieren mittlerweile allergisch auf Ambrosia. Laut der öffentlichen Datenbank DAISIE (Delivering Alien Invasive Species In Europe) zählt sie zu den 100 „schlimmsten“ invasiven Arten.

Ambrosia-Pflanze: Auch Nicht-Allergiker sollten aufpassen

Wer bereits Allergiker ist, sollte ganz besonders vorsichtig sein. Doch auch Menschen, die bisher keine allergischen Reaktionen gezeigt haben, sollten sich schützen. Denn Ambrosia kann Allergien auch neu auslösen.

Bis zu acht Millionen Menschen sind in Deutschland potenziell betroffen. Einer Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und des AllergieZentrums der Ludwig-Maximilians-Universität München sind die Gesundheitsfolgen und die damit einhergehenden Behandlungskosten beträchtlich. Demnach könnten Therapien und Arbeitsausfälle durch Ambrosia in Deutschland Hunderte Millionen Euro pro Jahr kosten.

Woher kommt Ambrosia?

Ambrosia wurde in Deutschland erstmalig im September 1860 von einem Sammler bei Hamburg entdeckt. Der wissenschaftliche Name der Asthma-Pflanze lautet Ambrosia artemisiifolia, sie wird auch als Beifußblättriges Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie bezeichnet.

Ursprünglich kommt die Ambrosia aus Nordamerika. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht und verbreitete sich zuerst vorrangig in Südosteuropa. Damals nahm man an, der Ambrosia würde das kühle deutsche Klima nicht bekommen.

Zum Einen aber wurde das Klima in Mitteleuropa zunehmend milder, andererseits hat sich die Ambrosia-Pflanze an das Wetter angepasst. Die europäische Jungpflanze ist frostbeständiger und keimt sowohl häufiger als auch schneller.

Ambrosia-Pflanze breitet sich in Deutschland aus

Heute ist Ambrosia in Deutschland stellenweise stark verbreitet - etwa auf Grünstreifen an Autobahnen, Verkehrsinseln, Brachflächen aber auch in Privatgärten.

Insbesondere auf Sonnenblumfeldern findet der Allergiker-Schreck zwischen den weiten Reihen der Blumen perfekte Bedingungen.

Ambrosia-Blüte 2019: Wann ist sie wieder vorbei?

Ambrosia keimt normalerweise von April bis in den August. Wenn sie zu blühen beginnt, kann eine Staude bis zu einer Milliarde Pollen freisetzen, die laut Mediziner, zu den stärksten Allergieauslösern aus der Pflanzenwelt gezählt werden. US-Studien zufolge können Ambrosien rund doppelt so häufig Asthma verursachen wie andere Gewächse.

In Deutschland blüht Ambrosia jedoch von Juli bis teilweise in den Dezember und verlängert damit die Leidenszeit der Allergiker

Wie erkennt man die Asthma-Pflanze?

Ambrosia kann leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden. Jedoch gibt es einen Unterschied, an dem man die Ambrosia Pflanze identifizieren kann: Die Ambrosia legt bei einer Größe von etwa 10 bis 15 Zentimetern eine Wachstumspause ein. Während also alle anderen Pflanzen munter weiter wachsen, hält die Ambrosia inne. Hier sollte man skeptisch sein und genauer überprüfen, ob es sich um die lästige Allergie-Pflanze handeln könnte.

So erkennt man Ambrosia:

Beifuß-Ambrosiapflanzen (Ambrosia artemisifolia). Foto: Patrick Pleul/dpa (zu dpa "Städte fordern vom Land mehr Hilfen für Ambrosia-Bekämpfung" vom 21.07.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

– Ambrosia hat sehr unscheinbare Blüten, die an unterschiedlichen Stellen der Pflanze sitzen

– Die weiblichen Blüten befinden sich in Knäulen angeordnet in den Blattachseln

– Die männlichen Blüten stechen als dichte Trauben aus den Sprossenden hervor und stäuben tausende gelbe Pollen aus

– Die Wuchshöhe schwankt je nach Standort: auf trockener Erde bleibt sie mit ca. 10-15 cm relativ klein, während sie auf nährstoffreichem Boden bis zu 2 m groß wachsen kann.

– Die Blätter der Ambrosia unterscheiden sich von denen des gemeinen Beifuß bei der Blattunterseite: Die Blätter der Ambrosia sind unterseitig glatt und grün, die des gemeinen Beifußes sind hingegen weißfilzig

– Die Stängel der Ambrosia sind meist rötlich und behaart, sehr robust und verzweigen sich stark.

Ambrosia-Plage 2019: Was kann man gegen die Asthma-Pflanze tun?

Gegen Ambrosia hilft nur eins: Ausrupfen. Und zwar mit der Wurzel. Selbst wenn alle Pflanzen in ihrem Garten gründlich entfernt wurden, können die Samen jahrelangim Boden überleben. Daher sollte man sein Blumenbeet vor der Blütezeit regelmäßig kontrollieren.

Tipps zum Entfernen von Ambrosia:

Beim Entfernen der Ambrosia ist Vorsicht geboten. Bereits bei der Berührung der Blätter kann es zu Hautreizungen und damit einhergehend zu einer Sensibilisierung kommen.

Rötungen und Juckreiz treten bei der Ambrosia erst 20 bis 30 Minuten nach der Berührung auf. Daher sollten Sie die Pflanze keineswegs mit bloßen Händen anfassen. Selbst wer sich nicht sicher ist, ob es sich tatsächlich um Ambrosia handelt, sollte vorsichtshalber besser Handschuhe tragen.

• Jeglichen Körperkontakt vermeiden

• Beim Entfernen und Entsorgen Handschuhe tragen

•Beim Entsorgen sollte die Pflanze in einen geschlossenen Beutel in den Hausmüll geworfen werden. Unter keinen Umständen im Kompost entsorgen, denn die Samen können wieder ausschießen

• In der Blütezeit beim Entfernen zusätzlich einen Mundschutz tragen (Blütezeit: Von Juli bis Dezember)

• Die Pflanze unbedingt mit der Wurzel ausrupfen - nicht abschneiden, abmähen und auch nicht abfackeln

• Ambrosia-Fundstellen weiterhin beobachten - es könnten weitere Samen keimen

• Vogelfutter (Meisenknödel, bzw. Meisenringe) besonders beobachten

Einige Bundesländer und Städte in Deutschland gehen den Kampf gegen die Ambrosia Pflanze systematisch an. In Berlin werden etwa sogenannte „Ambrosia-Scouts” eingesetzt, die im Auftrag des Senats durch die Stadt streifen und alle Pflanzen auf ihrem Weg ausrupfen.

Die EU versucht mit einer Verschärfung der Richtlinien für Vogelfutter die Ausbreitung zumindest zu verlangsamen. Denn in Präparaten wie etwa Meisenknödeln sind oft auch Samen der Allergiker-Pflanze enthalten.

Abgase führen zu aggressiveren Ambrosia-Pollen

Für eine Studie hat Ulrike Frank am Helmholtz-Zentrum München die Ambrosia-Pflanzen Stickoxiden ausgesetzt, um die Bedingungen an Autobahnen nachzustellen. Anschließend mischt sie das Extrakt aus den Pollen mit Blutseren von Allergikern gemischt.

Das Ergebnis: Die Reaktionen auf die Pollen, die dem Abgas ausgesetzt waren, fielen deutlich stärker aus als auf die normaler Pollen. Denn die begasten Pollen haben andere Proteine gebildet - Feinstaub und Stickoxide führen zu großem Stress bei der Ambrosia-Pflanze und damit zu aggressiveren Pollen.

Hinzu kommt, dass die Luftverschmutzung auch Stress für den menschlichen Körper bedeutet. Es treffen also aggressivere Pollen auf ein gereiztes Immunsystem.

Das löst zusätzlich neue Allergien aus. Dieses Phänomen tritt nicht nur bei der Ambrosia-Pflanze, sondern auch bei anderen allergieauslösenden Pflanzen auf.

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