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Wissen 2000 Naturschützer zählen Wasservögel
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13:56 14.12.2014
Eindeutig Wasservögel: Haubentaucher auf der Alster. Quelle: Marcus Brandt
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Plön

Deutschlands Naturschützer haben am Sonntag die Wasservögel gezählt. Mehr als 2000 Vogelkundler waren im ganzen Bundesgebiet ehrenamtlich unterwegs, um Kormorane, Enten, Gänse, Schwäne, Blesshühner und andere Wasservögel zu erfassen, wie Bernd Koop von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein und Hamburg berichtete.

„Mit der Wasservogel-Zählung wollen wir herausbekommen, wie sich die Bestände der einzelnen Arten entwickeln und welche Rastgebiete von internationaler, nationaler oder regionaler Bedeutung sind.“ Die Daten seien unter anderem wichtige Grundlage für die naturschutzrechtliche Sicherung der Gewässer und Feuchtgebiete.

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Zählung mit Monitoringprogramm

Die Wasservogel-Zählung gibt es in Deutschland seit Ende der 1960er Jahre: Seitdem werden achtmal im Jahr zwischen Mitte September und Mitte April die Rastvögel an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie an den Binnengewässern und in den Feuchtgebieten gezählt.

Die Wasservogel-Zählung sei damit das älteste und umfangreichste Vogelmonitoringprogramm Deutschlands, sagte der Biologe. Sie ist eingebunden in ein nahezu weltumspannendes Netz an Zählgebieten.

Große und kleine Gewässer

Um die Vögel zählen zu können, müsse man das Gewässer komplett einsehen können. „Für ein kleines Gewässer reicht unter Umständen, dass man an irgendeiner Stelle steht und das gesamte Ufer, die gesamte Wasserfläche mit Fernglas oder Spektiv (Beobachtungsfernrohr) absucht und jeden einzelnen Wasservogel notiert.“

Bei größeren Gewässern funktioniert das nicht. Koop selbst zum Beispiel zählt seit 30 Jahren die Wasservögel auf dem Großen Plöner See. Dafür muss er jedes Mal den See komplett umrunden. Knapp neun Stunden dauert jede seiner Zähl-Touren: vom Dämmerungsbeginn am Morgen bis zur Dunkelheit am Nachmittag. „Ich schreibe wirklich alle Wasservögel auf, die ich auf meiner Tour rund um den See sehe.“

dpa

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