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16:48 15.06.2015
Foto: Soldaten tragen in Seoul Atemschutzmasken - 16 Menschen sind nach dem Mers-Ausbruch bereits gestorben.
Soldaten tragen in Seoul Atemschutzmasken - 16 Menschen sind nach dem Mers-Ausbruch bereits an der Krankheit gestorben. Quelle: dpa
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Seoul

Nach teils wochenlanger Schließung wegen des Mers-Ausbruchs in Südkorea sind Tausende Schulen im Land wieder geöffnet. Trotz eines neuerlichen Anstiegs der Todesfälle und Neuerkrankungen begann am Montag für viele Kinder wieder der Schulalltag. Experten hatten die Vorsichtsmaßnahme als zu weitgehend eingeschätzt, da es bisher nur Klinikinfektionen gab. Bis zum Nachmittag waren allerdings noch mehr als 470 Schulen, Kindergärten und Universitäten geschlossen, wie das Erziehungsministerium mitteilte. Am Freitag waren es noch rund 3000. Die Zahl der Mers-Todesfälle stieg unterdessen auf 16, die der bestätigten Patienten auf 150. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Südkorea in der vergangenen Woche empfohlen, die vorsorglich geschlossenen Schulen wieder zu öffnen. Zwar hatte ein WHO-Expertenteam zum Abschluss mehrtägiger Untersuchungen in dem Land am Samstag gewarnt, dass sich der "große und komplexe Ausbruch" noch einige Wochen hinziehen könne. Doch hieß es, dass es bisher keine Belege für eine dauerhafte Übertragung des Coronavirus (Mers-CoV) außerhalb von Krankenhäusern gebe. Viele Südkoreaner versuchen sich durch Atemmasken vor einer Ansteckung zu schützen.  

Die Mers-Todesrate liege in Südkorea bislang bei etwa zehn Prozent, teilte das Gesundheitsministerium im Montag mit. Die Inkubationszeit - der Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit - betrage im Mittel etwa 7,2 Tage. Beim jüngsten Todesfall handelt es sich demnach um eine 58 Jährige mit einer Vorerkrankung. Die Behörde meldete zudem fünf neue Mers-Patienten. Tausende Menschen, die sich angesteckt haben könnten, befinden sich nach wie zur Beobachtung in Isolierstationen oder sollen zuhause bleiben.    

Erster bestätigter Mers-Kranker in Südkorea war im Mai ein 68-Jähriger, der von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Für Dienstag kündigte die WHO eine Krisensitzung des Mers-Notfallgremiums an.

Erstmals nachgewiesen wurde das Virus 2012 in Saudi-Arabien, Infektionen wurden vor dem Ausbruch in Südkorea vor allem auf der arabischen Halbinsel registriert.

Das saudische Gesundheitsministerium berichtete auf seiner Website von fünf neu erfassten Mers-Fällen zwischen dem 7. und 13. Juni. Insgesamt wurden demnach im Land bisher 1031 bestätigte Fälle registriert, 568 der Patienten seien geheilt worden.

dpa

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