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Wirtschaft e.on steht vor Konzernumbau
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21:01 14.06.2009
Von Jens Heitmann

So verlautete aus Unternehmenskreisen. Die Verhandlungen seien zwar noch in einem frühen Stadium, es gehe aber um mehrere Tausend Arbeitsplätze.

Grundlage für die Pläne ist das Programm „Perform to win“, mit dem e.on die Kosten um 1,5 Milliarden Euro im Jahr senken will. Vorstandschef Wulf Bernotat möchte in der Verwaltung sparen, weil die Ergebnisse des Konzerns hinter den Erwartungen zurückbleiben. „Wir müssen befürchten, dass davon auch e.on IS betroffen ist“, sagte ver.di-Landesbezirksfachbereichsleiter Immo Schlepper.

Die IT-Tochter beschäftigt europaweit 2700 Mitarbeiter – etwa ein Drittel davon in Hannover. Für das laufende Jahr rechnet e.on auf Konzernebene bestenfalls mit einer Stagnation des operativen Gewinns bei 10 Milliarden Euro, für 2010 wird mit 11 Milliarden Euro kalkuliert – zuvor lag die Zielgröße bei 12,4 Milliarden Euro.

Neben dem Absatzeinbußen wegen der Wirtschaftskrise leidet e.on auch unter hausgemachten Problemen. So hat der Konzern in den vergangenen Jahren für mehr als 15 Milliarden Euro Unternehmen in Südeuropa und Russland erworben, deren Geschäftsentwicklung mit den einstigen Prognosen nicht Schritt hält. Die Folge sind Abschreibungen von mehr als 3 Milliarden Euro auf Töchter vornehmlich in Italien, Spanien und Frankreich. Da e.on die Expansion über Schulden finanziert hat und die Banken inzwischen wegen des gestiegenen Risikos höhere Zinsen verlangen, ergeben sich zudem unerwartete Mehrkosten. Vorbild für das aktuelle Sparprogramm ist dem Vernehmen nach das interne Projekt „Regi.on“, bei dem allein in der deutschen Konzerngesellschaft e.on Energie durch eine stärkere Konzentration der Regionalgesellschaften rund 1800 Stellen wegfallen.

Das neue Projekt „Perform to win“ treibt der frühere Vorstandschef der Helmstedter Regionalgesellschaft e.on Avacon, Thomas König, voran. Die Umbaupläne für den Konzern befänden sich noch im Anfangsstadium, sagte ein Konzernsprecher: „Es gibt noch keine Entscheidungen und auch keinen Zeitdruck.“ Beschlossen ist hingegen bereits, die Investitionen bis 2011 um ein Sechstel auf 30 Milliarden Euro zurückzuschrauben. In der Belegschaft ist die Verunsicherung groß. „Wir sind stocksauer, dass das viele Geld, was wir in Deutschland in den vergangenen Jahren verdient haben, im Ausland versenkt wurde“, sagte Konzernbetriebsratschef Hans Prüfer. „Es besteht die Gefahr, dass wir die geplante Verringerung der Investitionen, die auch unseren Regionen zugute kommen sollten, mit hiesigen Arbeitsplätzen bezahlen.“ Für Donnerstag hat die Gewerkschaft ver.di zu einem Aktionstag vor der Konzernzentrale in Düsseldorf aufgerufen. Erwartet würden mehr als 4000 Mitarbeiter, sagte ein ver.di-Sprecher.

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