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Wirtschaft e.on Avacon streicht jeden fünften Job
Mehr Welt Wirtschaft e.on Avacon streicht jeden fünften Job
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22:12 11.11.2012
Von Jens Heitmann
In der Zentrale von e.on Avacon sollen viele Stellen wegfallen. Quelle: dpa
Hannover

Das Unternehmen will insgesamt 11.000 von 80. 000 Stellen streichen, 6000 davon in Deutschland. Unternehmensberater von McKinsey hatten im vergangenen Jahr herausgefunden, dass e.on für seine Verwaltung deutlich mehr Geld ausgibt als vergleichbare Konzerne – das Sparpotenzial liege bei 750 Millionen Euro. Insgesamt will der Vorstand die Kosten bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro senken, um die Folgen der Energiewende besser schultern zu können. Als größter Betreiber von Kernkraftwerken in Deutschland leidet der Konzern besonders unter dem Atomausstieg.

Besonders betroffen vom Stellenabbau ist bei der Tochter e.on Avacon der Vertrieb. Dem Vernehmen nach soll dort die Hälfte der etwa 180 Stellen wegfallen; der Vertriebsstandort Helmstedt werde aufgelöst, heißt es. Der Mutterkonzern will den Verkauf von Strom und Gas bundesweit in nur einer Gesellschaft zentralisieren – über deren Sitz sei noch nicht entschieden. Weitere 270 Arbeitsplätze sollen bei e.on Avacon in den Bereichen Netz und Verwaltung wegfallen.

Laut internen Berechnungen erhofft man sich bei dem Regionalversorger, der das östliche Niedersachsen und das Umland von Hannover mit Strom und Gas beliefert, Einsparungen von knapp 30 Millionen Euro im Jahr. Der Umsatz des Unternehmens beläuft sich auf 1,6 Milliarden Euro, der operative Gewinn (Ebitda) pendelt um die Marke von 280 Millionen Euro. Dieses Ertragsniveau wolle man mindestens bis Ende 2014 halten, heißt es. An die Aktionäre schüttet e.on Avacon etwa 100 Millionen Euro im Jahr aus – ein Drittel davon geht an die kommunalen Anteilseigner.

Für den Stellenabbau sind dem Vernehmen nach drei Wege vorgesehen: Die überzähligen Mitarbeiter können entweder mit einer Abfindung das Unternehmen verlassen, in den Vorruhestand treten oder für maximal 24 Monate in die Beschäftigungsgesellschaft e.on Perspekt wechseln – Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie vorher einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten bei e.on Avacon liege bei 45 Jahren, verlautet aus dem Unternehmen.

Die Arbeitnehmervertreter wollen den Stellenabbau nicht hinnehmen. Für den 27. November ruft der Gesamtbetriebsrat zu einer Demonstration in Salzgitter auf – dort tagt an diesem Tag der Aufsichtsrat von e.on Avacon.

57-Jährige sind gut dran

Vielen e.on-Mitarbeitern steht ein Weg in den Vorruhestand offen. Das Unternehmen hat sich mit Betriebsräten einzelner Tochtergesellschaften auf eine Rahmenvereinbarung für den bevorstehenden Personalabbau verständigt. Demnach können Beschäftigte, die ihre Stelle verlieren, mit Abschlägen mit 55 Jahren ausscheiden. Im Laufe der Verhandlungen über diesen Mustersozialplan war es zu einer Spaltung des Konzernbetriebsrates gekommen. In der Folge wurde Hans Prüfer als Vorsitzender des Gremiums abgewählt.

Die Versorgung der Mitarbeiter im Vorruhestand fällt recht gut aus: Dem Vernehmen nach zahlt e.on bis zu 70 Prozent des letzten Nettogehalts und übernimmt weiter die Krankenkassenbeiträge. Zudem gewährt der Konzern einen Ausgleich dafür, dass die Mitarbeiter im Vorruhestand keine Beiträge mehr in die Rentenversicherung einzahlen können. Wer die Bedingungen für den Vorruhestand nicht erfüllt, kann mit einer Abfindung gehen: e.on zahlt nach eigenen Angaben 1,2 Bruttomonatsgehälter pro Beschäftigungsjahr.

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