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Wirtschaft Zweifel an Vereinbarung für Opel-Übernahme wachsen weiter
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16:49 06.06.2009
Symbolfoto Quelle: Clemens Bilan/ddp

Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtet, wollen der Autozulieferer Magna und die russische Sberbank deutlich weniger Geld bei Opel einbringen als bisher angenommen. Laut „Focus“ fließen die Hälfte der von der Bundesregierung gewährten Milliarden-Brückenfinanzierung ins Ausland.

Das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank bringe bei der Übernahme nur 100 Millionen Euro an Eigenkapital ein, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Absichtserklärung (’Memorandum of Understanding’). Bislang hatte es geheißen, die beiden Partner engagierten sich mit 500 Millionen Euro.

Allerdings stellen Magna und Sberbank 400 Millionen nur als zinsloses Darlehen zur Verfügung, für das sie sich Sicherheiten einräumen ließen. Erst schrittweise und über Jahre soll der Kredit in Eigenkapital umgewandelt werden. Sberbank-Chef German Gref sagte, er halte den Einstieg seiner Bank bei Opel für „ziemlich riskant“. Er biete zugleich aber auch eine große Chance, um Russlands Autoindustrie zu modernisieren, sagte Gref, ehemals Minister der russischen Regierung, der Zeitung „Die Welt“. Sberbank soll 35 Prozent an Opel halten.

Wie der „Focus“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, müssen die deutschen Steuerzahler zwar für Kredite in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bürgen. In Deutschland blieben aber nur 750 Millionen Euro. Rund 600 Millionen Euro gehen demnach ins spanische Saragossa. Die britischen Vauxhall-Werke könnten ihrerseits auf Risiko der deutschen Steuerzahler im August für 150 Millionen Euro Werkzeuge für den Bau des neuen Astra finanzieren.

Das Risiko eines Ausfalls der Kredite werde von der Bundesregierung „angesichts der laufenden Verluste der Adam Opel GmbH“ als überdurchschnittlich hoch eingeschätzt, zitiert „Focus“ aus einer vertraulichen Regierungsvorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages. Die Bundesregierung hat zusammen mit den betroffenen Landesregierungen eine staatliche Brückenfinanzierung von bis zu 1,5 Milliarden Euro für die Opel-Übernahme durch Magna beschlossen.

Auch ein Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey sieht Risiken bei einem Einstieg von Magna, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Die Sanierung sei zwar „nachvollziehbar und plausibel“. Allerdings sei der operative Geschäftsplan „ambitioniert und daher mit entsprechenden Risiken behaftet“.

Das US-Finanzministerium teilte unterdessen am Freitagabend mit, es habe bereits am Mittwoch rund 30 Milliarden Dollar (21,3 Milliarden Euro) an den insolventen US-Autobauer General Motors (GM) überwiesen. Dieser Kredit war GM zuvor bereits zugesichert worden, um eine schnelle Sanierung des Unternehmens in der Insolvenz zu unterstützen. Aus GM soll dann ein wesentlich kleinerer Autobauer werden, an dem der Staat zunächst die Mehrheit hält. Die US-Regierung hatte GM bereits in den vergangenen Monaten mit 20 Milliarden Dollar gestützt.

Die Fusion des insolventen US-Autobauers Chrysler mit dem Fiat-Konzern nahm derweil eine weitere Hürde. Ein Berufungsgericht in New York wies am Freitag (Ortszeit) einen Einspruch von Fusionsgegnern ab. Damit bestätigte das Gericht das grüne Licht des Insolvenzgerichts für die Fusion.

afp

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