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Wirtschaft Zuversicht bei Stahl und Chemie
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07:27 13.10.2011
Noch läuft das Geschäft rund: Ein Mitarbeiter von ThyssenKrupp zieht in Duisburg am Hochofen im Stahlwerk eine Probe.
Noch läuft das Geschäft rund: Ein Mitarbeiter von ThyssenKrupp zieht in Duisburg am Hochofen im Stahlwerk eine Probe. Quelle: dpa
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Frankfurt/Paris

Zwar sei die Nachfrage in den vergangenen Monaten schwächer geworden, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Henrik Meincke. „Wir rechnen aber nicht mit einem konjunkturellen Einbruch.“

Auch die deutschen Stahlhersteller blicken trotz der aktuellen Konjunktursorgen recht optimistisch in die Zukunft. Alle Anzeichen sprächen dafür, dass es sich „nur um einen vorübergehenden Dämpfer handelt, der im Laufe des Jahres 2012 wieder überwunden wird“, erklärte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Mittwoch in Paris. Eine Rezession oder gar ein Absturz wie im Herbst 2008 sei unwahrscheinlich.

Die chemische Industrie rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum von rund 5 Prozent. Die Branche mit Industriegrößen wie BASF und Bayer gilt als Konjunkturbarometer, da ihre Produkte quer durch alle Industrien nachgefragt werden. Die Chemie ist Deutschlands viertgrößter Industriezweig. Wie es konkret um die Branche bestellt ist, werden die Zahlen zum dritten Quartal zeigen, die BASF und Bayer in zwei Wochen vorlegen wollen.

Nach dem vom Boom der deutschen Auto- und Maschinenbauer beflügelten Start ins Jahr rechnet die Stahlindustrie 2011 mit einer Rohstahlerzeugung von bis zu 45,5 Millionen Tonnen. Zwar gebe es angesichts der zuletzt rückläufigen Auftragseingänge „ein Abwärtsrisiko“, sagte Verbandschef Kerkhoff. Doch werde das Vorjahresniveau von 43,8 Millionen Tonnen auf jeden Fall übertroffen werden.

Für 2012 erwartet der Verband eine weitere Zunahme der Nachfrage nach Walzstahl um 1,5 Prozent. Die Wirtschaftsvereinigung betonte, das Wachstum werde damit zwar voraussichtlich nur noch moderat ausfallen. Die Stahlindustrie habe aber in diesem Jahr bereits wieder das Vorkrisenniveau von 2008 erreicht. „Mit einer gewissen Normalisierung war damit ohnehin zu rechnen“, sagte Kerkhoff.

Die positive Grundstimmung der deutschen Stahlkocher deckt sich mit den Erwartungen des Weltstahlverbands. Dieser erwartet, dass der weltweite Stahlverbrauch bis Ende nächsten Jahres sogar stärker als bislang erwartet steigen wird. Der Branchenverband rechnet nach ebenfalls am Mittwoch in Paris veröffentlichten Zahlen in diesem Jahr mit einer Zunahme des weltweiten Stahlverbrauchs um 6,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Tonnen. Im kommenden Jahr erwartet der Verband einen weiteren Anstieg um 5,4 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Tonnen. Beide Prognosen liegen noch leicht über bisherigen Schätzungen. Überdurchschnittliche Verbrauchszuwächse erwartet der Verband 2012 vor allem in China und Indien. Auch in den USA rechnet die Branche mit einem kräftigen Wachstum.

In Europa werde der Verbrauch im kommenden Jahr dagegen nur noch leicht um 2,5 Prozent steigen. Der deutsche Stahlmarkt war auch dank der Erfolge der deutschen Autohersteller durch eine außergewöhnlich hohe Dynamik gekennzeichnet. Noch im September lag die Erzeugung den Angaben zufolge gut 10 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Frank Siebelt Und Erich Reimann

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