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Wirtschaft Zum ersten Mal die Neun vorn
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19:23 25.10.2013
Den Moment festhalten: Mittags war der Dax-Höhepunkt erreicht, danach fiel der Index wieder knapp unter die 9000er-Marke. Quelle: dpa
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Frankfurt

Mittlerweile sprechen Händler schon von der nächsten Hürde: „Die Investoren wollen die 10 000 sehen“, sagte Tobias Basse von der Nord/LB. Schon in den nächsten drei bis sechs Monaten könne sich der Leitindex der magischen Zahl nähern.

Allerdings sind es weniger die Erfolge der Unternehmen, die die Anleger locken. Vielmehr sorgen die Notenbanken für billiges Geld, und das sucht Anlagemöglichkeiten. In dieser Konstellation werden manchmal sogar schlechte Nachrichten zu guten: Nach Einschätzung von Analysten brachte den entscheidenden Schub gestern die Nachricht, dass der US-Arbeitsmarktbericht schlechter ausfiel als erwartet. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik vorerst beibehalten wird – sie dürfte es kaum riskieren, eine anfällige Konjunktur durch gebremsten Geldfluss zu gefährden. Viele Analysten rechnen frühestens im ersten Quartal 2014 mit einer Abkehr von der Politik des billigen Geldes.

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Neben der Freigiebigkeit der Notenbanken ist es der Mangel an Alternativen, der die Investoren zu Aktien greifen lässt. Anleihen von Top-Emittenten wie den USA und Deutschland werfen weiterhin nur sehr magere Zinsen ab. Aktien seien generell gefragt, vor allem aber wollten internationale Investoren deutsche Papiere, erklärte Daniel Saurenz von Feingold Research. Deren Bewertung sei vergleichsweise niedrig und die Unternehmen seien gut aufgestellt. Zudem laufe die Konjunktur immer besser.

Warner sehen aber auch ein wachsenden Risiko einer Überhitzung des Aktienmarktes. Nord/LB-Experte Basse sagte, Konjunktur- und Unternehmensdaten müssten beim Aufstieg der Kurse einigermaßen mithalten. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner wies darauf hin, dass die jüngste Rally bislang ohne größere Rückschläge verlaufen sei, obwohl die jüngsten Quartalszahlen der Unternehmen die aktuellen Kursniveaus nur bedingt rechtfertigten. Die Experten der Deutschen Bank sagen bis Jahresende einen Rückfall auf rund 8400 Punkte voraus. Sie verweisen in einer aktuellen Studie auf den stärkeren Euro, der die Umsatzdynamik gebremst habe.

Vor diesem Hintergrund dürften die Markterwartungen für den Gesamtgewinn der Dax-Konzerne im laufenden Jahr weiter fallen. Trotz dieser aktuellen Skepsis bleibt aber auch die Deutsche Bank auf längere Sicht optimistisch. Es sei zu erwarten, dass institutionelle Investoren weiter von Anleihen in Aktien umschichten. Für Ende 2014 steht ihr Ziel für den Dax bei 9700 Punkten. Denkbar seien sogar 10 000 Punkte.

Michael Schilling/dpa/rtr

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