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Wirtschaft Zahl der Autoverkäufe in Deutschland im Januar gesunken
Mehr Welt Wirtschaft Zahl der Autoverkäufe in Deutschland im Januar gesunken
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13:57 16.02.2010
In der EU stieg die Zahl der verkauften Wagen im Januar um 12,9 Prozent. Quelle: dpa
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Insgesamt lag Deutschland als größter europäischer Automarkt mit 181.189 neu zugelassenen Wagen jedoch noch immer auf dem zweiten Platz hinter Italien, wo im Januar 206.341 Autos verkauft wurden.

In der EU wurden im Januar 12,9 Prozent mehr neue Pkw zugelassen als im Vorjahresmonat, wie der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag in Brüssel mitteilte. In der gesamten EU seien 1.058.868 Neuwagen zugelassen worden, wobei Malta und Zypern unberücksichtigt blieben. Das Minus in Deutschland spiegele das Auslaufen der Abwrackprämie wider, sagte eine ACEA-Sprecherin. „Der Markt reflektiert jetzt stärker die Situation der Krise.“ Im Dezember hatte der deutsche Markt ein ähnliches Minus gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet.

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Die letzten Anträge für die Prämie wurden in Deutschland im September 2009 gestellt. Die Prämie könne sich aber noch bis Juli in den Zulassungszahlen niederschlagen, hieß es am Dienstag aus dem zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bis Ende Juli müssten die Antragsteller alle Unterlagen einreichen, darunter die Zulassungsbescheinigung.

Trotz einer Reduzierung der dortigen Abwrackprämie legte der französische Markt um 14,3 Prozent zu. In Großbritannien gab es ungeachtet einer Wiederanhebung der Mehrwertsteuer fast 30 Prozent Zuwachs, ein ähnliches Plus verbuchte Italien. „Allerdings dürfte aufgrund der auslaufenden Verschrottungsprogrammme die Nachfrage in den kommenden Monaten in Westeuropa deutlich schwächer ausfallen“, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt am Main.

Grund für den EU-Gesamtzuwachs war vor allem der Pkw-Absatz in Westeuropa. In den östlichen EU-Ländern hielt der Abwärtstrend an, dort wurden 23,5 Prozent weniger Neuzulassungen als im Januar 2009 verbucht. Während die Absätze beispielsweise in Tschechien zulegten, sanken sie unter anderen in Polen, Ungarn und Rumänien.

Bei den Herstellern legte in Europa die Renault-Gruppe mit 59,5 Prozent am stärksten zu, gefolgt vom koreanischen Unternehmen Hyundai. Marktführer VW erzielte mit seinen verschiedenen Marken, darunter Audi und Lamborghini, 11,3 Prozent mehr Zulassungen. Die Marke Mercedes fuhr ein Minus von 13,4 Prozent ein, BMW ein leichtes Plus von einem halben Prozent. Opel kam samt seiner Schwestermarke Vauxhall auf ein Plus von 4,7 Prozent.

Die großen Märkte außerhalb Europas legten teils stark zu. In den USA übertrafen die Verkäufe von Pkw und leichten Trucks das Vorjahresergebnis um gut sechs Prozent, erklärte der VDA. Brasilien meldete demnach ein ebenso hohes Plus, und Japan Zuwächse um knapp ein Viertel - auch dank einer Abwrackprämie. In China hätten sich die Pkw-Verkäufe sogar um 121 Prozent gesteigert.

Für Freitag ist ein EU-Sondertreffen zur Autoindustrie in Brüssel angesetzt. Die für den Sektor zuständigen Minister der Mitgliedstaaten und EU-Kommissare sollen die Situation der Branche erörtern, wobei es auch um Opel und mögliche Staatshilfen für den Autobauer gehen dürfte.

afp