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Wirtschaft ZEW-Konjunkturbarometer knickt ein
Mehr Welt Wirtschaft ZEW-Konjunkturbarometer knickt ein
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09:35 20.06.2012
Foto: Das Konjunkturbarometer bricht ein: ZWE-Präsident Wolfgang Franz warnt vor „unübersehbaren Risiken“.
Das Konjunkturbarometer bricht ein: ZWE-Präsident Wolfgang Franz warnt vor „unübersehbaren Risiken“. Quelle: dpa
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Berlin

„Die Risiken einer markanten Konjunkturabschwächung in wichtigen Handelspartnerländern sind unübersehbar“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. „Hinzu kommt die nach wie vor brenzlige Lage im Euro-Raum.“ Viele Experten rechnen deshalb damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Juli senken wird. Hoffnungen auf neue Geldspritzen der EZB gaben dem Aktienmarkt Auftrieb: Der Dax legte gestern trotz der schwachen Konjunkturdaten um fast 2 Prozent zu.

Das vom ZEW ermittelte Konjunkturbarometer, das die Stimmung der Finanzmarktakteure misst, sank um 27,7 auf minus 16,9 Punkte – den tiefsten Stand seit Januar.

Die Konjunkturumfrage wurde allerdings größtenteils vor der Schicksalswahl in Griechenland abgeschlossen, aus der die Spar-Befürworter als Sieger hervorgingen. „Das Votum der griechischen Wähler verschafft uns eine kurze Atempause – nicht mehr und nicht weniger“, warnte Franz, der als Chef der Wirtschaftsweisen die Bundesregierung berät. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechterte sich ebenfalls deutlich, um 10,9 auf 33,2 Punkte.

Die ZEW-Umfrage reiht sich ein in die Serie unerfreulicher Konjunkturdaten. Zuletzt waren sowohl Exporte als auch Produktion und Industrieaufträge gefallen. Der Ifo-Index, für den Firmenchefs befragt werden, hat erstmals nach sechs Monaten nachgegeben. Für Juni wird ein weiterer Rückgang befürchtet. Hauptgrund ist die Krise im Euro-Raum. Etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Währungsunion. Sorgen bereitet deutschen Unternehmen auch, dass sich in wichtigen Schwellenländern ebenfalls eine Konjunkturabkühlung abzeichnet. Die chinesische Wirtschaft zum Beispiel wird Prognosen zufolge in diesem Jahr so langsam wachsen wie seit 1999 nicht mehr.

„Endspiel“ um den Euro

Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank stellen sich trotz des Wahlsiegs der Altparteien in Griechenland auf einen Austritt des Landes aus dem Euro-Raum ein. „Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist ein sehr wahrscheinliches Szenario“, sagte der Chef-Anlagestratege der Vermögensverwaltungssparte DB Advisors, Georg Schuh, auf einer Konferenz in Frankfurt.

Rene Wagner

19.06.2012
Albrecht Scheuermann 18.06.2012