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Wirtschaft Xing-Chef: „Es ist okay, ein Privatleben zu haben“
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15:20 17.11.2016
„Ich bin dann mal weg“: Xing-Chef Thomas Vollmoeller. Quelle: XING AG
Hannover

Seinen öffentlichen Abschied schrieb Vollmoeller schon aus einem Café in Sydney, Australien. „Ich habe beschlossen, ein dreimonatiges Sabbatical zu machen“, erklärte der Topmanager am Mittwoch auf seiner Seite im Netzwerk Xing. Er wolle Zeit mit der Familie verbringen, verreisen, „neue Eindrücke gewinnen“, Bücher lesen, „Abstand bekommen“ und „sich selbst hinterfragen“. Deshalb nehme er sich diese dreimonatige Auszeit und kehre Anfang des nächstes Jahres „mit neuen Ideen und frischer Energie an den Schreibtisch“ zurück.

Vollmoellers Abschied für die nächsten Wochen ist aber auch eine Kritik am Alltag in vielen Unternehmen. „Stromlinienförmige Lebensläufe“ dürften nicht mehr das zentrale Kriterium dafür sein, ob jemand der geeignete Kandidat für einen Job sei oder nicht. Außerdem dürfe von niemandem eine „Total-Aufgabe seiner selbst für die Firma“ verlangt werden – diese „hat ohnehin nie jemand geleistet, sondern lediglich vorgespielt“.

Xing-Chef: „Es ist okay, sich eine Auszeit zu gönnen“

Die Realität in Unternehmen sehe aber anders aus. „Flexibilität wird erwartet, aber nicht gewährt. Querdenkertum wird in Sonntagsreden gefordert, einstellen tut man dann aber die immer gleichen Klone“, schrieb Vollmoeller. Außerdem dürften Angestellte in Gremien mitarbeiten, aber die Entscheidung treffe letztlich doch der Chef allein.

Auch deshalb habe er sich eine Auszeit genommen: Als Vorstand und Geschäftsführer wolle er „mit gutem Beispiel voran gehen und zeigen, dass Dinge okay sind“, erklärte Vollmoeller. „Dass es okay ist, ein Privatleben zu haben. Dass es okay ist, Dinge in Frage zu stellen, Spaß zu haben bei der Arbeit. Und sich ab und zu eine Auszeit zu wünschen“ – und sich dann auch tatsächlich zu nehmen.

Von RND/wer

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