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Wirtschaft Wirtschaftsweise erwarten für 2010 Wachstum von 1,2 Prozent
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17:11 15.10.2009
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumserwartung für das Jahr 2010 nach oben revidiert. Während sie im Frühjahr noch von einem Minus von 0,5 Prozent ausgingen, erwarten die Forscher nun ein Plus von 1,2 Prozent.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumserwartung für das Jahr 2010 nach oben revidiert. Während sie im Frühjahr noch von einem Minus von 0,5 Prozent ausgingen, erwarten die Forscher nun ein Plus von 1,2 Prozent. Quelle: ddp
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Für das kommende Jahr rechnen die Institute in ihrem in Berlin vorgestellten Herbstgutachten mit einem Wachstum von 1,2 Prozent. Die Forscher forderten Steuersenkungen, warnten aber davor, diese auf Pump zu finanzieren.

In diesem Jahr wird die deutsche Wirtschaft nach Ansicht der Wirtschaftsforscher weniger stark schrumpfen als bislang befürchtet. Die Institute rechnen mit einem Minus bei der Wirtschaftsleistung von 5,0 Prozent. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die Institute noch mit einem Minus von 6,0 Prozent in diesem und 0,5 Prozent im kommenden Jahr gerechnet.

Die Institute warnten, trotz der derzeitigen Stabilisierung sei nicht mit einer reibungslosen Erholung der Wirtschaft zu rechnen. Einem raschen Aufschwung stünden "erhebliche Bremskräfte entgegen". So rechnen die Wirtschaftsforscher mit einer steigenden Arbeitslosigkeit, die die Binnennachfrage schwächen dürfte. Den Höhepunkt dürfte der Abbau der Beschäftigung den Instituten zufolge zum Beginn des kommenden Jahres erreichen, insgesamt halte er voraussichtlich das gesamte Jahr 2010 an. Im Schnitt rechnen die Institute für das kommende Jahr mit 4,1 Millionen Arbeitslosen.

Durch sinkende Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben sowie durch die Ausgaben für die bereits beschlossenen Konjunkturpakete befürchten die Institute für das kommende Jahr eine deutlich höhere Staatsverschuldung. Während die Defizitquote in diesem Jahr nach Schätzung der Institute bei 3,2 Prozent liegt, wird sie demnach kommendes Jahr voraussichtlich auf 5,2 Prozent steigen.

Dennoch warnten die Institute davor, schon 2010 mit einem Abbau des hohen Defizits zu beginnen. Dies drohe, die Wirtschaftserholung zu bremsen, sagte Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). "Aber ab dem Jahr 2011 sind sicherlich ehrgeizige Schritte erforderlich", mahnte er. Der Wirtschaftsforscher forderte die Regierung zudem auf, in ihrem späteren Sparkurs hart zu bleiben: Gerade da der Schuldenabbau "so lange dauert, könnte eine Regierung auch immer wieder dem Druck ausgesetzt sein, von diesem Ziel abzuweichen".

afp