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Wirtschaft Wie dreist sind Onlinekäufer?
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21:04 08.12.2009
Von Helmuth Klausing
Ebay gewährt einen Monat Rückgabe.
Ebay gewährt einen Monat Rückgabe. Quelle: ddp
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Wer im Internet unterwegs ist und dort auch einkauft, wird wissen, dass beide Bilder zu düster gemalt sind.

Doch die Attacke der Händler kommt nicht von ungefähr: Heute will der Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil zu den Rückgabemodalitäten beim Internetauktionshaus Ebay bekannt geben. Der DIHK bringt sich schon mal in Stellung. Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben beklagt sich in einem Interview der „Rheinpfalz“ über einen vielfachen Missbrauch von Rückgaberechten bei Onlinegeschäften. Er fordert schärfere Vorgaben.

Immer öfter schickten Kunden benutzte Artikel zurück, die nicht mehr als neu verkauft werden könnten und auf dem Müll landeten, sagt Wansleben. Die derzeitige gesetzliche Regelung sei ein „unhaltbarer Zustand“, der wirtschaftliche Schaden für die Firmen „immens“.

Tatsächlich billigt die Gesetzeslage den Kunden beim Einkauf über das Internet zwei Wochen Rückgabefrist zu. Das sei schon ein Vorteil gegenüber dem Einkauf etwa im Warenhaus, räumt Jutta Gurkmann vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin ein. Im stationären Handel gebe es grundsätzlich kein Widerrufsrecht.

Wansleben berichtet hingegen von Auswüchsen: Weihnachtsdekorationen, Kostüme für den Karneval oder Abendgarderobe werde nach Gebrauch oft zurückgeschickt. Es komme auch vor, dass Verbraucher einen Satz Winterreifen kauften, ihn für einen zehntägigen Urlaub nutzten und danach von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machten. Zudem sei die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs in solchen Fällen klar: Der Kaufpreis müsse nicht erstattet werden, weil der Käufer „gegen Treu und Glauben“ verstoßen habe, erläutert Gebler. „Ich glaube, der DIHK ist da übers Ziel hinausgeschossen.“