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Wirtschaft Was ist 5G, wozu braucht man es und was bedeutet die 5G-Auktion für Handy-Nutzer? Alle Infos im Überblick
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11:02 14.06.2019
Die Logos von Telefonica, Vodafone, Deutsche Telekom und Drillisch. Die längste Auktion von deutschen Mobilfunkfrequenzen spült dem Bund deutlich mehr Geld in die Kassen als angenommen. Quelle: dpa
Berlin

Zwölf Wochen hat sie gedauert, insgesamt 497 Runden waren notwendig. Damit lief die Versteigerung der begehrten 5G-Frequenzen länger als jede Mobilfunkauktion zuvor. Insgesamt zahlten die beteiligten Telefonkonzerne 6,55 Milliarden Euro. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Auktion.

Was ist eigentlich 5G?

Der Begriff steht für die fünfte Generation der Übertragungsverfahren im Mobilfunk. Durch eine Reihe technischer Innovationen sind Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 2000 Megabit pro Sekunde möglich.

Zum Vergleich: Weniger als 50 Megabit sind derzeit im Festnetz üblich. Im Mobilfunk ist die LTE-Technik (4G) mittlerweile Standard, die theoretisch 100 Megabit bringt. Im alltäglichen Betrieb ist es aber deutlich weniger.

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Wozu braucht man 5G?

Da die Daten schneller übertragen werden, können zum Beispiel hochauflösende Spielfilme in wenigen Sekunden heruntergeladen werden. Der wichtigste Vorteil ist aber, dass die Reaktionszeiten in 5G so schnell sind, dass Experten vom „Echtzeitinternet“ sprechen.

Erst mit 5G kann zum Beispiel das autonome Fahren realisiert werden oder andere Anwendungen, bei denen es auf eine äußerst schnelle Reaktionen ankommt. Wichtig ist 5G daher insbesondere für die Industrie.

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Warum gab es eine Versteigerung?

Um die Technik nutzen zu können, benötigen die Betreiber freie Frequenzen zur Übertragung der Funksignale. Bei der Versteigerung ging es um Blöcke im 2-Gigahertz- und im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich.

Bei den hohen Frequenzen sind zwar größere Übertragungsraten möglich, allerdings ist die Reichweite geringer. Deshalb sind mehr Sendemasten notwendig als bei den bisher genutzten Frequenzen. Das macht 5G teuer.

Welches Ergebnis hat die Auktion gebracht?

Die meisten Frequenz-Pakete erwarb Branchenführer Deutsche Telekom für knapp 2,2 Milliarden Euro, gefolgt von Vodafone (1,9 Milliarden Euro) und Telefonica Deutschland (1,4 Milliarden Euro). Die United-Internet-Tochter Drillisch, die erstmals bei einer Auktion dabei war, ersteigerte Frequenzen für knapp 1,1 Milliarden Euro.

Damit gaben die vier Teilnehmer zusammen deutlich mehr Geld aus als erwartet. Branchen-Experten hatten mit maximal fünf Milliarden Euro gerechnet. Bei der Auktion für die 4G/LTE-Frequenzen 2010 kamen knapp 4,4 Milliarden Euro zusammen. Mit umgerechnet rund 50 Milliarden Euro war im Jahr 2000 die UMTS-Auktion mit einem Rekordergebnis zu Ende gegangen.

Welche Bedingungen müssen die Unternehmen nun erfüllen?

Die Frequenzen sind an die Auflage gebunden, dass die erfolgreichen Bieter bis Ende 2022 jeweils 1000 Basisstationen für den neuen Funkstandard errichten. Das reicht für eine flächendeckende Versorgung allerdings längst nicht aus.

Allein die Telekom will bis 2021 über rund 36.000 Sendestandorte verfügen, 7000 mehr als heute. Wahrscheinlich ist, dass sich die Anbieter wie bisher auch Sendeanlagen teilen. Die zuständige Bundesnetzagentur schreibt zudem vor, dass die Netzbetreiber bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland, alle Bundesautobahnen, die wichtigsten Bundesstraßen sowie die wichtigsten Schienenwege mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgen müssen.

Diese Geschwindigkeiten sind allerdings auch mit dem aktuellen LTE-Standard erreichbar. Die Kosten für den gesamten Ausbau werden auf einen zweistelligen Milliardenbetrag geschätzt.

Was macht die Bundesregierung mit den Erlösen der Auktion?

Die große Koalition hat sich darauf festgelegt, die Einnahmen in die Digitalisierung von Schulen und die Förderung des Breitbandausbaus per Glasfaser zu stecken. Dafür soll das Geld vollständig in den bereits eingerichteten Digitalfonds fließen.

Was bedeutet das Ergebnis der Auktion für die Verbraucher?

Für die privaten Kunden und die Industrie ist vor allem positiv, dass mit Drillisch nun ein vierter Netzbetreiber antritt. Drillisch hat bisher lediglich Übertragungskapazitäten in den Netzen von Telekom, Vofafone und Telefonica erworben und weiter verkauft.

Jetzt besteht die Chance für mehr Wettbewerb. Das ist wichtig, weil die Mobilfunkpreise in Deutschland im internationalen Vergleich hoch sind. Zu einem regelrechten Preiskrieg dürfte es aber nicht kommen, schließlich muss auch Drillisch die Kosten für den Netzausbau erst verdienen.

Durch die Ausbauverpflichtungen besteht zudem die Chance, dass die insbesondere auf dem flachen Land bestehenden Funklöcher bald beseitigt werden.

Gibt es eigentlich schon 5G-Smartphones?

Bisher nicht. Im Sommer will Samsung ein Gerät auf den deutschen Markt bringen. Aber das macht wenig Sinn, denn vor 2020 dürfte die Technik selbst in Ballungsräumen nicht verfügbar sein.

Machen die 5G-Strahlung krank?

Das ist die große Unbekannte. Zwar sind geringere Sendeleistungen in Masten und Smartphones nötig. Allerdings müssen die Masten engmaschiger stehen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz beruhigt aber: Solange die bisher schon geltenden Strahlungs-Grenzwerte eingehalten würden, seien keine nachteiligen Gesundheitswirkungen zu erwarten.

Klar ist aber, dass die gesundheitlichen Risiken durch den neuen Mobilfunkstandard noch nicht vollständig erforscht sind.

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Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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