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13:58 01.01.2013
Beim Münchner Banknotendrucker Giesecke & Devrient, der rund 60 Währungen weltweit herstellt, stehen mehr als 50 Härtetests auf dem Programm. Quelle: dpa
München

Der Stresstest für den Euro ist die Waschmaschine. Einen Vollwaschgang sollten die Banknoten aushalten können - notfalls sogar in der Kochwäsche bei 90 Grad. Bevor neue Banknoten in Serie gedruckt werden, quälen die Hersteller die Geldscheine aber noch mit ganz anderen Folterinstrumenten.

Beim Münchner Banknotendrucker Giesecke & Devrient, der rund 60 Währungen weltweit herstellt, stehen mehr als 50 Härtetests auf dem Programm - von der Knittermaschine bis zum Säurebad. Das Ergebnis sind Banknoten, die fast unverwüstlich sind. „So robust und fälschungssicher wie heute waren Banknoten noch nie“, sagt Bernd Kümmerle, der den Banknotendruck dort leitet - und auch zum Start ins Jahr 2013 nur Gutes über den Euro und andere Geldscheine erzählen kann.

Warum müssen Geldscheine robust sein?
Banknoten sollten möglichst widerstandsfähig gegen Schmutz, Hitze und andere Belastungen sein, damit sie sich auch bei starker Nutzung nicht deutlich verändern. Das ist zum einen wichtig, um Fälschungen sofort zu erkennen. Zum anderen gewinnt die Maschinenlesbarkeit der Geldscheine an Bedeutung: Wenn sie schmutzig, zerknittert oder zu weich werden, können sie nicht von Automaten erkannt werden. Giesecke & Devrient simuliert die Belastung der Geldscheine mit verschiedenen Automaten - unter anderem einem „Lappigkeitsmessgerät“, das anhand des Neigungswinkels erfasst, wie weich die Geldscheine im Laufe der Zeit werden. Selbst wenn ein Geldschein ganz am Rand festgehalten wird, darf er nicht schlaff herunterhängen und zum Lappen werden. „Die Banknotenherstellung ist inzwischen Hochtechnologie“, sagt Kümmerle. 

Was müssen die Geldscheine aushalten können?
Einen verschütteten Rotwein sollten sie ebenso wegstecken wie die Krallen einer Katze. Selbst bei großer Hitze, etwa im Handschuhfach eines geparkten Autos in der prallen Sonne, dürfen die Geldscheine nicht schrumpeln. Getestet wird dies vorab mit einem heißen Bügeleisen. Die Hitzebeständigkeit stellen die Entwickler im Backofen unter Beweis. Der Knittertest besteht aus einem Kolben, der mehrfach in ein Rohr mit einem klein gedrückten Geldschein gestoßen wird. Selbst aggressive Flüssigkeiten wie Nagellackentferner sollten den Geldschein nicht zerstören. „Wir haben ein riesiges Set an Tests“, sagt Banknotenexperte Kümmerle. Als härtester von allen gilt die Kochwäsche: Zwei Stunden bei 90 Grad mit Waschmittel. „Das ist unser Crash-Test.“

Sind Euro-Noten brennbar?
Dass Geldscheine bei offenem Feuer nicht brennbar sind, ist  eine Legende - und deshalb keinesfalls zum Ausprobieren empfohlen. Aber auch alle anderen Härtetests sind nicht zum Nachahmen geeignet: „Absichtlich stark beschädigte Euro-Banknoten werden nicht erstattet“, warnt die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Homepage

Wie lange lebt eine Banknote?
Das hängt vor allem vom Wert des Geldscheins ab. Kleine Geldscheine wie der Fünf- oder Zehn-Euro-Schein werden viel benutzt und angefasst und haben deshalb die kürzeste Lebensdauer: Im Schnitt werden sie nach sechs Monaten aus dem Verkehr gezogen. Deutlich länger, nämlich rund zwei Jahre, sind 50-Euro-Noten im Umlauf. Am längsten leben die hohen Banknoten mit einem Wert von 200 oder 500 Euro. Sie heißen im Expertenjargon „Saving notes“ (Sparbanknoten), weil sie überwiegend im Tresor oder der Brieftasche aufbewahrt und kaum beansprucht werden. Durchschnittlich sind diese Geldnoten fünf Jahre lang im Einsatz.

Aus welchem Material bestehen Geldscheine?
Die meisten Banknoten bestehen aus hochwertiger Baumwolle. Um die Geldscheine widerstandsfähiger zu machen, verwenden die Hersteller aber zunehmend auch andere Materialien wie Kunststoffe oder Lacke, mit denen die Oberfläche der Banknote behandelt werden. Zu den Neuheiten beim Gelddruck gehören „Hybrid-Banknoten“. Sie haben einen Kern aus Baumwolle, der mit Folie überzogen wird. Vorteil dieser Technik ist unter anderem, dass Flüssigkeiten von der Oberfläche abperlen und die Banknoten nicht leicht eingerissen werden können.

Warum nutzen sich Geldscheine in manchen Ländern schnell ab?
Neben dem Klima sind dafür auch die Geld-Gewohnheiten der Bevölkerung verantwortlich. Denn längst nicht überall werden Geldscheine wie hier üblich im Portemonnaie aufbewahrt - sondern in der Hosentasche oder anderen Kleidungsstücken. Vor allem in heißen Gegenden wie Wüstenstaaten sind auch Stoffbeutel verbreitet, die am Körper getragen werden. Deshalb müssen die Geldscheine auch Schweiß gut aushalten können. Selbst innerhalb von Europa ist die Lebensdauer von Banknoten wegen der Unterschiede beim Klima und der Aufbewahrung sehr unterschiedlich: In „Portemonnaie-Ländern“ wie den Niederlanden halten sie am längsten, in Ländern mit einem hohen Anteil der Landbevölkerung wie Irland am kürzesten.

dpa

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