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Wirtschaft Wann lohnt sich eine Garantieverlängerung für Smartphone und Laptop?
Mehr Welt Wirtschaft Wann lohnt sich eine Garantieverlängerung für Smartphone und Laptop?
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15:40 24.04.2019
Unwahrscheinlich ist, dass ein Händler einen Display-Schaden in Ordnung bringt. Quelle: dpa-tmn
Berlin/Bremen

Notebook, Fernseher oder Waschmaschine – so manches Produkt kostet viel Geld. Nicht selten stellen sich Käufer die Frage: Was ist, wenn das teure Teil kaputt geht und kostspielige Reparaturen anstehen?

Um solche Nöte wissen auch die Händler und bieten daher Kunden oftmals eine Garantieverlängerung in Form eines Versicherungsvertrags an. „Das bedeutet, dass über die zweijährige gesetzliche Gewährleistungsfrist hinaus die Garantie verlängert wird“, erläutert Kai Falk vom Handelsverband Deutschland (HDE). Klingt zunächst gut, doch ganz billig ist der Extraschutz nicht – und häufig lohnt er sich nicht.

Oft wird nur der Zeitwert ersetzt

Der Rechtsanwalt Christian Solmecke aus Köln nennt ein Beispiel: Ein neuer Laptop kostet beim Kauf 1000 Euro. Eine Garantieverlängerung auf fünf Jahre schlägt mit rund 250 Euro zu Buche. Geht der Laptop nach vier Jahren kaputt, wird bei vielen Garantieverträgen nur der Zeitwert ersetzt. „Das führt dazu, dass am Ende eine notwendige Reparatur trotz Garantieverlängerung kostspieliger sein kann als der Erstattungsbetrag der Versicherung“, erklärt Solmecke.

Zum Abschluss einer Garantieversicherung sollten sich Kunden auf jeden Fall nicht drängen lassen, betont der Jurist Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen. Vielmehr sollten sie sich vorher über den Leistungsumfang der Versicherung informieren. „Vor allem muss klar sein, was im Schadensfall passiert“, sagt Cegielka. Wird in jedem Fall repariert oder nur dann, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll ist? Wird bei Unwirtschaftlichkeit einer Reparatur ein Ersatzgerät gestellt, der Zeitwert in Geld erstattet oder nur ein Gutschein ausgegeben? „Erst wenn die Rahmenbedingungen klar sind, lässt sich einschätzen, ob sich der Preis für die Extragarantie rechnet.“

Manche Schäden nicht abgedeckt

Ebenfalls wichtig: Vor Abschluss einer Garantieverlängerung sollte auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geachtet werden. Denn darin klammert der Anbieter oftmals gewisse Dinge aus. So sind häufig Schäden an Akkus und Verschleißteilen nicht oder nur sehr eingeschränkt von der Garantie erfasst. „Gerade diese Teile sind es jedoch, die häufig zur Funktionsuntüchtigkeit von Geräten führen“, sagt Solmecke. Es kann auch vorkommen, dass der Anbieter im Schadensfall verlangt, dass die Reparatur ausschließlich in einer Vertragswerkstatt erfolgt. „Auch dabei sollte man abwägen, ob sich dies im Verhältnis zum Neupreis lohnt.“

Generell gilt: „Ein zusätzlicher, kostenpflichtiger Schutz vor Produktmängeln macht nur dann Sinn, wenn Verbraucher ein Produkt länger als zwei Jahre nutzen wollen und es danach noch einen gewissen Marktwert hat“, sagt Cegielka. Das heißt: Bei Haushaltsgroßgeräten wie einem Wäschetrockner, Elektronikprodukten oder teuren TV-Geräten kann eine Garantieverlängerung in Erwägung gezogen werden.

Vereinbarung mit externer Versicherung

Eine Herstellergarantie kann laut dem Rechtsanwalt Christian Solmecke von Gesetzes wegen ohne Zusatzkosten auch dadurch entstehen, „dass der Hersteller in seiner Werbung bestimmte Produkteigenschaften garantiert“. Auch darauf sollten Verbraucher achten. Wird eine Garantieverlängerung abgeschlossen, stellt sich vielfach die Frage, wer im Schadensfall überhaupt haftet. Denn oftmals vermittelt der Händler die Garantieverlängerung nur, der eigentliche Vertrag wird mit einem externen Versicherungsunternehmen vereinbart. „Der Händler erhält dann von der Versicherung eine Vermittlungsprovision – ein willkommener Zuverdienst in Märkten mit geringen Gewinnmargen“, sagt Solmecke.

Im Garantiefall muss man sich dann allerdings an das Versicherungsunternehmen wenden. Ist dagegen der Händler selbst der Garantiegeber, haftet er im Garantiefall. Der Verbraucher wendet sich dann also direkt an den Händler. Eine Garantieverlängerung ist theoretisch auch noch nach dem Kauf des Produkts möglich. Solmecke erklärt, dass dafür allerdings eine Einigung zwischen dem Garantiegeber und dem Verbraucher nötig ist.

Inzwischen gibt es einen solchen Extraschutz auch für Elektrokleingeräte. „So ist es etwa möglich, für einen 60 Euro teuren Blu-Ray-Player eine Garantieverlängerung für 30 Euro zu kaufen“, erzählt Solmecke. Das allerdings rechne sich meist nicht.

Verbraucher sollten, bevor sie zusätzlich Geld für Garantieversprechen ausgeben, auch bedenken, dass Produktmängel meist relativ schnell auftreten. In den ersten zwei Jahren kann der Käufer im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung mangelhafte Ware beim Verkäufer reklamieren. „Hersteller geben oft ebenfalls kostenlose Garantieleistungen“, sagt Verbraucherschützer Cegielka.

Von RND/dpa