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Wirtschaft Volkswagen plant Kapitalerhöhung für Porsche-Erwerb
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17:22 14.08.2009
Volkswagen Kapitalerhöhung Porsche-Erwerb
Volkswagen-Chef Martin Winterkorn will seinen Konzern bis 2018 zum Weltmarktführer machen. Quelle: Nigel Treblin/ddp (Archiv)
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Winterkorn sagte der Belegschaft zu, dass die Übernahme von Porsche keine Arbeitsplätze kosten werde. Bei einer Betriebsversammlung im VW-Stammwerk informierte die Konzernführung die Belegschaft über die Grundsatzvereinbarung, auf die sich die Aufsichtsräte von VW und Porsche am Vortag geeinigt hatten. Danach wird Porsche schrittweise binnen zwei Jahren von VW erworben und zur zehnten Marke in dem Wolfsburger Automobilkonzern. In einem ersten Schritt kauft VW demnach noch in diesem Jahr 42 Prozent von Porsche für 3,3 Milliarden Euro. Teil der Vereinbarung ist auch eine Festschreibung der Minderheitenrechte von Niedersachsen: Die Sperrminorität bleibt bei 20 Prozent anstatt der sonst üblichen 25 Prozent. Außerdem soll das Land weiter zwei Aufsichtsräte stellen.

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh sagte vor rund 20.000 Beschäftigten, mit der Vereinbarung werde „ein Stück deutsche Industriegeschichte geschrieben“, weil die Minderheitenrechte für das Land Niedersachsen nun in der Satzung dauerhaft verankert würden. Es sei zudem ein „Sieg auf der ganzen Linie“, dass festgeschrieben wurde, dass alle wichtigen Entscheidungen im Aufsichtsrat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gefällt werden müssten. Dies bedeute praktisch ein Vetorecht für die Arbeitnehmer.
Für die Übernahme von Porsche will VW frisches Kapital aufnehmen. Der Konzern plane eine Kapitalerhöhung von vier Milliarden Euro zur Finanzierung des Zukaufs, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Die Zustimmung der Aktionäre will sich das Unternehmen demnach Ende dieses Jahres auf einer außerordentlichen Hauptversammlung holen.

Die bisherigen Porsche-Eigentümerfamilien Piëch und Porsche werden am neuen Konzern aus Volkswagen und Porsche künftig voraussichtlich mit etwa 35 bis 39 Prozent beteiligt sein. Dies sei „sicherlich eine Größenordnung, die sich ergeben könnte“, sagte Pötsch. Für das Emirat Katar ist eine Beteiligung „leicht unter der von Niedersachsen“ in Höhe von 20 Prozent geplant.

Die Beschäftigen würden an dem Unternehmen mit ein bis fünf Prozent beteiligt werden, sagte der VW-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh. Er hatte in am Mittwoch in einem Interview mit dem „Stern“ gesagt, dass die Belegschaften auf diese Weise auch als Aktionär Einfluss auf die Zukunft des Unternehmens nehmen könnten.

Die Volkswagen-Aktie verlor am Freitag nach der Grundsatzeinigung mit Porsche massiv an Wert: Die Anteile stürzten zeitweilig um 27 Prozent auf 165 Euro ab. Die Aktien des Autobauers hatten im Zuge der versuchten VW-Übernahme durch Porsche immer wieder heftige Kapriolen geschlagen. Im November waren die Papiere zwischenzeitlich auf über 1000 Euro gestiegen. Die heftigen Kursschwankungen entstehen auch dadurch, dass nur sehr wenige VW-Aktien überhaupt an der Börse gehandelt werden.

afp