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Wirtschaft Versicherungsgruppe Hannover knackt die 2-Milliarden-Marke
Mehr Welt Wirtschaft Versicherungsgruppe Hannover knackt die 2-Milliarden-Marke
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22:45 26.04.2010
Von Albrecht Scheuermann
Quelle: HAZ (Archiv)
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Die VGH-Unternehmen hätten ihre Beitragseinnahmen zusammen um fast 6 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro gesteigert – und damit erstmals die 2-Milliarden-Euro-Marke überwunden. Auch für 2010 sei man „ganz optimistisch“.

Das größte Plus verbuchte vergangenes Jahr die zur Gruppe gehörende Provinzial Lebensversicherung mit einem Anstieg der Beitragseinnahmen um 15 Prozent auf 671 Millionen Euro, was den Angaben zufolge allein dem sogenannten Einmalbeitragsgeschäft zuzuschreiben ist. Dieses war mit 145 Millionen Euro fast viermal so groß wie im Jahr zuvor. Vorstandsmitglied Thomas Krüger beteuerte jedoch, dass es sich dabei zum großen Teil um echtes Vorsorgegeschäft handele – und nicht um bloße Geldanlagen, die in jüngster Zeit ins Gerede gekommen sind.

Kritiker werfen den Versicherungsunternehmen vor, dass sie Großanlegern über sogenannte aufgeschobenene Rentenversicherungen mit kurzen Laufzeiten günstige Zinssätze anbieten, die dann von den normalen Versicherten subventioniert werden müssten. Wegen der niedrigen Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt sind Lebens- und Rentenversicherungen zu einer interessanten Alternative für Geldanleger geworden.

Laut Krüger hat die VGH inzwischen „vehement eingegriffen“, um das ins Gerede gekommene Geschäft einzudämmen. So würden entsprechende Verträge mit kurzen Laufzeiten von zwei oder drei Jahren nicht mehr abgeschlossen. Zudem zeichne die Provinzial kein Geschäft mehr mit institutionellen Anlegern sowie mit Beiträgen von mehr als einer Million Euro.

Die Provinzial Leben hat ihre laufende Überschussbeteiligung der Kunden mit 4,25 Prozent beziehungsweise bis zu 5,4 Prozent Gesamtverzinsung konstant gehalten. Das Kapitalanlageergebnis profitierte von der Erholung der Kapitalmärkte, so dass die Nettoverzinsung von 3,2 auf 4,1 Prozent kletterte.

Das Hauptunternehmen der VGH, die Landschaftliche Brandkasse, steigerte die Prämieneinnahmen leicht auf 954 Millionen, was für Pohlhausen im Marktvergleich einen Erfolg darstellt. Und die Versicherung verdient damit auch gutes Geld: Die sogenannte Schadenkostenquote – das Verhältnis von Schäden und Kosten zu Beitragseinnahmen – war mit 88,6 (Vorjahr: 87,1) Prozent deutlich besser als der Branchenschnitt.

Im Autoversicherungsgeschäft erreichten die Prämien ebenfalls gut das Vorjahrsniveau. Allerdings räumte VGH-Vorstand Jochen Herdecke ein, dass die Brandkasse in bestimmten Kundengruppen mit ihrem alten Tarif kaum noch konkurrenzfähig sei. Dies betreffe die 30- bis 50-Jährigen. Für sie gibt es jetzt im Neugeschäft eine Prämiensenkung. Teurer wird es dagegen für die Autofahrer im Alter von 65 und darüber.