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Wirtschaft Verbot von Leerverkäufen drückt Aktienkurse
Mehr Welt Wirtschaft Verbot von Leerverkäufen drückt Aktienkurse
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10:13 19.05.2010
Derzeit herrscht turbulente Stimmung auf dem Parkett: Die Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
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Die wichtigsten europäischen Börsen sind am Mittwoch mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Der EuroStoxx 50 fiel in den ersten Minuten um 2,17 Prozent auf 2639,77 Punkte. Der Cac 40 in Paris büßte 1,91 Prozent auf 3548,24 Punkte ein und auch für den Londoner FTSE 100 ging es um 1,26 Prozent auf 5240,47 Punkte nach unten.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte am Vorabend bereits für Verluste an der Wall Street gesorgt, indem die Regulierungsbehörde spekulative Wetten auf fallende Kurse von Staatsanleihen der Euro- Zone sowie von Finanzwerten verboten hatte. „Die Märkte wollten eigentlich entspannende Äußerungen zum Euro hören. Doch stattdessen nun das“, kommentierte ein Händler. Ein anderer Börsianer sprach von einer Schockwelle, die sich durch die Märkte ziehe. Der Euro notierte zwischenzeitlich auf einem Vierjahrestief zum Dollar und auf einem Achtjahrestief zum Yen. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index auf dem tiefsten Stand seit elf Wochen.

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Das Verbot hoch spekulativer Wetten von Investoren auf fallende Aktienkurse gilt nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unbefristet. Die Regelung bleibe solange in Kraft, bis auf europäischer Ebene eine einheitliche Vorgabe erreicht sei, sagte Merkel am Mittwoch in ihrer Regierungserklärung im Bundestag. Die Entscheidung durch die Finanzaufsicht BaFin zeige, dass Deutschland zur Eindämmung der Spekulation auch zu Alleingängen bereit sei.

Seit Mitternacht sind „ungedeckte Leerverkäufe“ in Aktien von zehn führenden Finanzunternehmen sowie in Staatsanleihen aus Euro-Ländern verboten. Auch der Handel mit bestimmten Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen der Euro-Zone wurde von der BaFin untersagt.

Bei Leerverkäufen wetten Händler auf fallende Kurse. Sie leihen sich Staatsanleihen oder Unternehmenstitel gegen eine geringe Gebühr zum Beispiel von Banken und verkaufen sie weiter. Später kaufen sie die Papiere zurück. Ist die Wette aufgegangen, sind sie dann billiger - die Differenz im Preis kassiert der Händler. Leerverkäufe gelten unter anderem als problematisch, weil ins Visier der Spekulanten geratene Titel dadurch unter Druck geraten können.

dpa/afp