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Wirtschaft VW ersetzt im Dax VW
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20:03 22.12.2009
Von Stefan Winter
Quelle: ddp (Symbolbild)
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Internationale Investoren akzeptierten sie nicht, sie passten nicht zur Aktionärsdemokratie.

Doch bei VW übernehmen die Vorzüge jetzt die Hauptrolle. Am Mittwoch rücken sie in den Dax auf und nehmen dort den Platz der VW-Stammaktien ein. Den Tausch erzwingen die Regeln der Deutschen Börse: Seit vor einigen Tagen das Emirat Katar seine Beteiligung erhöht hat, sind mehr als 90 Prozent der VW-Stammaktien in festen Händen. Die Stuttgarter Porsche SE hält 50,74 Prozent, die Salzburger Porsche GmbH 2,37 Prozent, das Land Niedersachsen 20,01 Prozent und die Katar Holding 17 Prozent. So bleiben 9,87 Prozent für den Rest der Welt, während die Börse für Dax-Werte mindestens 10 Prozent Streubesitz vorschreibt.

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Es wäre wohl kein Problem gewesen, diese Anforderung formal zu erfüllen, doch mit der neuen Aktionärsstruktur hat man bei VW eine Grundsatzentscheidung getroffen. Die Stammaktien mit Stimmrecht sind nur noch für die langfristig interessierten Anleger gedacht. Der Anteil der freien Aktionäre wird hier klein bleiben, denn die Großen haben kein Interesse daran, die mühsam austarierten Stimmrechtsverhältnisse durcheinander zu bringen.

Das Papier für die Finanzmärkte ist in Zukunft die Vorzugsaktie. Angesichts der übermächtigen Großaktionäre hat das Stimmrecht für alle anderen ohnehin nur noch symbolischen Wert. Außerdem war vor einem Jahr zu besichtigen, was bei kleinem Streubesitz passieren kann: Als Folge der Porsche-Spekulationen schoss der Kurs der Stämme auf 1000  Euro hoch und verzerrte den gesamten Dax. Die Vorzüge schlummerten derweil im Dornröschen-Schlaf.

Das hat sich mittlerweile geändert. Seit zwischen VW und Porsche klare Verhältnisse herrschen, ist es mit den Stämmen steil abwärts gegangen, sie notieren jetzt bei rund 75 Euro. Die Vorzüge gingen dagegen, den Dax-Aufstieg im Blick, auf 65 Euro hoch. Schon bald folgt für sie die Bewährungsprobe. Für die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Porsche-Geschäfts sind nämlich die Vorzüge ausersehen. Bis zu 135 Millionen Stück will Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch unters Anlegervolk bringen, was nach aktuellem Kurs 8,8 Milliarden Euro brächte. Auf der Hauptversammlung Anfang Dezember überzeugte das nicht jeden: Angesichts der nebelhaften Informationen über die geplante Fusion sehe er keinen Grund zum Kauf der neuen Aktien, sagte Hansgeorg Martius von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

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