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Wirtschaft VW befürchtet langwierige Krise
Mehr Welt Wirtschaft VW befürchtet langwierige Krise
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16:58 24.01.2010
„Das kritischste Jahr der Krise liegt noch vor uns!“. VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch Quelle: dpa
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VW befürchtet langwierige Autokrise: „Das kritischste Jahr der Krise liegt noch vor uns!“, zitiert die „Automobilwoche“ einen Brief von Finanzchef Hans Dieter Pötsch an das Management. Demnach rechnet VW für den Zeitraum von 2007 bis 2018 mit einem im Vergleich zu früheren Schätzungen um insgesamt 67 Millionen Fahrzeuge niedrigeren Pkw-Weltmarkt. „Und das bedeutet den Entfall eines kompletten Kalenderjahres Weltgesamtmarkt in diesem Planungszeitraum“, zitiert die „Automobilwoche“ VW-Vertriebsexperte Detlef Wittig aus dem selben Brief. „Dieser Effekt“, so Wittig weiter, „führt nachhaltig zu geringeren Konzern-Auslieferungen an Kunden im Vergleich zur Vorplanung und dadurch zu einem niedrigeren finanziellen Ergebnis“.

Zurückgehende Verkäufe im Kernmarkt Europa, erhebliche Überkapazitäten, hoher Preisdruck, Insolvenzrisiken bei Zulieferern und Händlern sowie eine laufende Verschlechterung des Produktmixes hin zu kleineren Fahrzeugen setzten das Volkswagen-Ergebnis „zusätzlich unter Druck“. Die Krise ist längst „noch nicht überstanden“, lautet das Fazit in der Passage von Konzernchef Winterkorn. Zugleich schärft Volkswagen die Ziele seiner Wachstumsstrategie „Mach 18“ nach, mit der Toyota bis 2018 als weltgrößter Autohersteller abgelöst werden soll. VW halte „nicht nur fest“ an den Vorgaben, so Winterkorn an die Manager. „Wir legen die Messlatte sogar noch ein Stück höher“. VW müsse nun vor allem „mit voller Kraft und höchster Konsequenz Autos profitabel verkaufen und Marktanteile erobern“, forderte der VW-Chef.

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Studie: Autobranche kürzte 2009 Werbe-Budgets
Im Zuge der Krise hat die Automobilindustrie ihre Werbeausgaben einer Studie zufolge in Deutschland erheblich gekürzt. 2009 gab der Fahrzeugmarkt hierzulande 1,73 Milliarden Euro für Reklame aus, neun Prozent weniger als im Vorjahr, zitiert die „Automobilwoche“ eine Studie von Nielsen Research. Unter dem Begriff Fahrzeugmarkt fasst Nielsen neben der Pkw- und Nutzfahrzeugbranche auch Zweiräder, Reisemobile, Autohandel sowie die Zubehör- und Reifenindustrie zusammen.

Den größten Rückgang bei den Werbeinvestitionen mussten die Fachzeitschriften mit einem Minus von 27,8 Prozent auf 23,2 Millionen Euro verkraften, gefolgt von den Publikumszeitschriften (minus 21,7 Prozent auf 268 Millionen Euro). Für Anzeigen in Zeitungen zahlten die Firmen 492,6 Millionen Euro Ö 9,7 Prozent weniger. Besser lief es für die Fernsehsender: Die Unternehmen aus dem Fahrzeugmarkt geben einen Großteil ihres Marketingbudgets für die Schaltung von TV-Spots aus. 2009 beliefen sich die Kosten für Fernsehwerbung trotz einer Kürzung um 6,6 Prozent auf 647,2 Millionen Euro. Die Ausgaben für Hörfunk-Spots blieben mit 228,5 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

dpa

Jens Heitmann 23.01.2010
Lars Ruzic 22.01.2010