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Wirtschaft VW-Chef Diess zu neuen Abgasvorwürfen: „Der Motor hat keine Abschaltvorrichtung“
Mehr Welt Wirtschaft VW-Chef Diess zu neuen Abgasvorwürfen: „Der Motor hat keine Abschaltvorrichtung“
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19:26 13.09.2019
Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Vorsitzender des Markenvorstands Volkswagen Pkw, spricht bei der Volkswagen-Hauptversammlung zu den Aktionären.

Ein Dieselmotor des Volkswagen-Konzerns sorgt wieder für Aufregung. Laut Südwestrundfunk (SWF) kam bei dem Motor mit der Bezeichnung EA 288 eine illegale Software zum Einsatz, die die Reinigung der Abgase unter bestimmten Bedingungen abschaltet. Auch bei Maybrit Illner im ZDF spielte das Thema am Donnerstagabend eine Rolle: Kaum waren die einleitenden Worte zur aktuellen Kritik an der Automobilindustrie vorbei, wandte sich Moderatorin Illner an VW-Chef Herbert Diess und fragte nach den jüngsten Vorwürfen.

Die besagen im Kern, dass auch bei neueren Dieselmotoren eine Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung verbaut ist – und deshalb auf dem Prüfstand ein niedrigerer Schadstoffausstoß als auf der Straße gemessen werden könnte. Und tatsächlich bestritt Diess nicht, dass der Motor erkennt, ob das Fahrzeug auf einem Prüfstand steht. „Prüfstandserkennung per se braucht man immer, weil man natürlich auf dem Prüfstand sicherstellen muss, dass das ABS nicht regelt. Zum Beispiel so, dass sich das Auto auf dem Prüfstand richtig verhält."

Diess: Prüfstandserkennung wird nicht missbraucht

Zentral sei aber, ob die Prüfstandserkennung genutzt werde, um unter Testbedingungen andere Emissionswerte als im Straßenverkehr zu erzielen. „Und das ist sicherlich nicht der Fall“, betonte der Manager. Er bekräftigte: „Der Motor hat keine Abschalteinrichtung.“

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Nach den Vorwürfen hatte am Donnerstag schon der VW-Konzern die Vorwürfe bestritten. Auch ist der umstrittene Motor, der EA 288, schon von der Untersuchungskommission Volkswagen unter die Lupe genommen worden. Diese kam schon 2016 zu dem Ergebnis, dass sich Hinweise auf unzulässige Manipulationen beim EA 288 als unbegründet erwiesen hätten.

Motor sorgt trotzdem für Rechtsstreit

Gleichwohl sind derzeit vor mehreren Gerichten Klagen von Besitzern von Pkw mit besagtem Dieselmotor anhängig. Das Landgerichts Wuppertal erklärte im Frühjahr ein Verfahren zu einem sogenannten Prüffall. Ein Sachverständiger wurde mit einer Expertise beauftragt. Anwälte werteten dies als Erfolg. Nach Angaben des Gerichts kann es aber noch Monate dauern, bis das Gutachten vorliegt. Im Kern geht es dabei allerdings um sogenannte Thermofenster. Das sind Programme, die etwa beim Unterschreiten bestimmter Außentemperaturen die Abgasreinigung reduzieren oder komplett abschalten. Der Kläger im Wuppertaler Fall behauptet, dies sei bei weniger als 15 Grad der Fall.

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Thermofenster haben auch zahlreiche andere Autobauer eingesetzt. Sie halten diese Steuerung für rechtskonform und verweisen dabei auf einen Passus im Regelwerk der EU: Dort wird das zeitweise Abschalten der Abgasreinigung als zulässig definiert, wenn es dazu dient, den Motor vor Beschädigungen zu schützen. Experten streiten nach wie vor darüber, wie dies genau auszulegen ist. Das Oberlandesgericht Stuttgart hat Anfang August eine Klage eines Mercedes-Fahrers abgewiesen. Das EU-Recht mache den Einsatz von Thermofenstern vertretbar, hieß es in der Begründung.

Es geht nur um geringe Mengen, aber die Warnung des Herstellers ist eindeutig: Ein in deutschen Biomärkten verkaufter Weichkäse aus Frankreich enthält hochgefährliche Bakterien. Kunden sollten die Sorte auf keinen Fall verzehren, warnt der Hersteller.

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