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Wirtschaft Unter 30.000 Euro: VW startet Vorbestellungen für Elektroauto ID.3
Mehr Welt Wirtschaft Unter 30.000 Euro: VW startet Vorbestellungen für Elektroauto ID.3
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16:33 08.05.2019
Ein Foto einer VW-Studie: Ob der ID.3 wirklich so aussieht, ist noch unklar. Quelle: Uli Deck/dpa
Berlin

Volkswagen hat die Vorbestellungen für seinen vollelektrischen Hoffnungsträger „ID.3“ im Internet gestartet. Der Preis für die zunächst auf 30 000 Fahrzeuge beschränkte Premieren-Edition mit einer Reichweite von 420 Kilometern soll unter 40 000 Euro liegen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für die kleinste Version peilt der Autobauer einen Preis von unter 30 000 Euro an. Ziel sei es, die Elektromobilität massentauglich zu machen, sagte VW-Markenvertriebschef Jürgen Stackmann.

Interessenten in 29 europäischen Ländern können sich seit Mittwoch zum Kauf für das Startmodell registrieren lassen. Dabei wird eine Reservierungsgebühr von 1000 Euro fällig, die später verrechnet oder erstattet wird. „In vielen Ländern sind die Webseiten unter der Last der Anfragen zusammengebrochen“, sagte ein VW-Sprecher und versprach eine möglichst schnelle Lösung der IT-Probleme.

Der ID.3 wurde zwar in einem Glaswürfel präsentiert – die Muster sollten aber dafür sorgen, dass keine Details erkennbar waren. Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist Volkswagen damit auf einem guten Weg der kompletten Neuausrichtung. Vor allem die Partnerschaften bei der Batterieherstellung seien richtig. Großes Potenzial sieht der Professor der Universität Duisburg-Essen auch in dem Baukastensystem für Elektroautos, dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB). „Die Plattform wird dem Unternehmen einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten wie Toyota ermöglichen“, sagte Dudenhöffer.

„Allerdings ist auch der Erfolgsdruck angesichts der Milliardeninvestitionen hoch“, meint Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Die Qualität dieses Systems werde darüber entscheiden, ob Volkswagen den Rückstand auf Tesla aufholen kann.

Interesse im Ausland

In Deutschland ist die günstigste Version des Model 3 vom amerikanischen Elektroauto-Hersteller derzeit für 44 500 Euro bestellbar. In 29 europäischen Märkten sind nun erste Vorstellungen für den neuen Hoffnungsträger möglich, der der Golf für das Elektrozeitalter werden soll.

Vor allem aus wichtigen Märkten wie Norwegen sei das Interesse riesig, sagte Stackmann am Mittwoch in Berlin. Das skandinavische Land gilt als Vorreiter in Sachen Elektromobilität und die Regierung hat mit der Ankündigung, ab 2025 nur noch emissionsfreie Neuwagen zulassen zu wollen, weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Volkswagen will seine Kunden auch mit einem Jahr kostenlosem Strom bis zu maximal 2000 Kilowattstunden locken.

Dass die weltweite Nachfrage für Elektroautos und Hybride stark wächst, zeigt eine Analyse des Beratungsunternehmen PwC auf Basis von Zulassungszahlen in den großen Automärkten. Batteriebetriebene Elektroautos seien dabei mit einer Wachstumsrate von 85,4 Prozent das am stärksten wachsende Segment, sagte PwC-Experte Felix Kuhnert laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Hoffnungsträger ID.3

Der ID.3 soll das erste marktreife Fahrzeug von Volkswagen werden, dass auf der neuen MEB-Plattform aufbaut. Auf dieser sollen zahlreiche E-Autos des Konzerns in Zukunft fußen. Geplant sind unter anderem Limousinen, ein neuer Bus und weitere Fahrzeuge. Insgesamt investiert VW in den kommenden Jahren etwa 44 Milliarden Euro in Elektromobilität und Vernetzung.

Das der Konzern aus Wolfsburg massiv auf E-Autos setzt, verärgert allerdings die Konkurrenz: Andere deutsche Hersteller kritisieren, VW versuche deshalb auch die Förderpolitik der Bundesregierung auf E-Mobilität und nicht auf andere alternative Antriebstechnologien auszurichten.

Von RND/dpa/hö