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12:50 14.09.2012
Foto: Fed-Chef Ben Bernanke verkündet ein weiteres Konjunkturprogramm der US-amerikanischen Notenbank.
Fed-Chef Ben Bernanke verkündet ein weiteres Konjunkturprogramm der US-amerikanischen Notenbank. Quelle: dpa
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Washington

Nach der Ankündigung eines weiteren Konjunkturprogramms der amerikanische Notenbank (Fed) haben auch die Börsen in Europa und Asien mit Kurssprüngen reagiert. Der Dax gewann kurz nach Handelsbeginn am Freitag 1,54 Prozent auf 7422 Punkte und notierte damit so hoch wie seit Juli 2011 nicht mehr. Vor allem Finanzwerte profitierten. Zuvor war der japanische Nikkei-Index um 1,83 Prozent nach oben geklettert auf 9159,39 Punkte. Die US-Börsen hatten bereits am Donnerstag deutlich von der Ankündigung profitiert.

Die dritte geldpolitische Lockerung der Fed innerhalb von knapp vier Jahren solle verhindern, dass die US-Konjunktur stagniere, sagte der Fed-Chef Ben Bernanke am Donnerstag in Washington. Unter anderem will die Zentralbank für 40 Milliarden Dollar (31 Mrd Euro) monatlich Hypothekenpapiere kaufen und damit die Kreditzinsen weiter drücken - und zwar so lange, bis sich der Jobmarkt nachhaltig erholt hat. Zudem will sie bis Mitte 2015 den Leitzins, der seit langem praktisch bei null Prozent liegt, nicht erhöhen.

Das von der Federal Reserve zusätzlich bereitgestellte Geld kommt laut Experten vor allem den Banken zugute. Die Geldhäuser könnten dadurch mehr Kredite zu günstigeren Zinsen vergeben und so die Konjunktur ankurbeln. Ökonomen sprechen von einem neuen Kapitel im Kampf gegen die anhaltende Wirtschaftsflaute in der weltweit größten Volkswirtschaft. Bernanke mahnte allerdings, dass seine Institution nicht über Wunderwaffen verfüge. Vor allem die Politik müsse gegen die Schwäche auf dem Arbeitsmarkt angehen. „Wir versprechen nicht, alle Probleme zu lösen“, sagte er. „Aber wir können sie dabei unterstützen.“

Die Fed senkte am Donnerstag zudem ihre Wirtschaftsprognose für die USA. Sie rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum von 1,7 bis 2,0 Prozent. Frühere Schätzungen gingen von 1,9 bis 2,4 Prozent aus. Für 2013 und 2014 erhöhte sie ihren Ausblick dagegen. Ferner erwartet die Notenbank nicht, dass die US-Arbeitslosenquote in diesem Jahr unter acht Prozent fallen wird. Sie liegt bereits seit mehr als dreieinhalb Jahren über diesem historisch hohen Wert. Erst nach 2014 könnte sie unter sieben Prozent fallen, hieß es weiter.

Es würden weitere Wertpapiere gekauft, zusätzlich Vermögenswerte erworben und weitere geldpolitische Maßnahmen ergriffen, „wenn der Ausblick auf dem Arbeitsmarkt sich nicht wesentlich verbessert“, hieß es in der ungewöhnlich klaren Mitteilung des sogenannten Offenmarktausschusses der Fed. Von zusätzlichen Käufen von Staatsanleihen nahm sie aber zunächst Abstand. Die Finanzmärkte überraschte die Fed mit der Aussage, ihre expansive Geldpolitik auch nach einer Verbesserung der Konjunkturlage fortsetzen zu wollen. Die expansive Geldpolitik werde „nicht übereilt“ gestrafft, sagte Bernanke.

Ausdrücklich rief er die US-Politiker am Donnerstag auf, die bevorstehenden Haushaltsprobleme zu lösen. Zum Jahreswechsel stehen in den USA automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen an, die der Wirtschaft sehr schaden könnten, wenn der Kongress sie nicht rechtzeitig stoppt. Auch die neuen Fed-Maßnahmen könnten den Effekt eines solchen „haushaltspolitischen Schocks“ nicht ausgleichen, meinte Bernanke.

Die Fed hatte in der seit fünf Jahren anhaltenden durchwachsenen Wirtschaftslage bereits zwei Mal die Märkte mit billigem Geld geflutet. Ende 2008 begann sie mit dem Erwerb von langlaufenden Staatsanleihen, Schuldverschreibungen und Hypothekenpapieren im Volumen von bisher mehr als 1,7 Billionen Dollar. Im November startete sie eine zweite Runde mit Anleihekäufen für rund 600 Milliarden Dollar.

Zudem geht die Notenbank noch bis Jahresende mit der „Operation Twist“ gegen die schwache Konjunktur vor. Sie tauscht dabei kurzfristig fällige Anleihen gegen langlaufende Papiere, um auch langfristige Zinsen zu drücken.

dpa

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