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Wirtschaft US-Notenbank erweitert Konjunkturmaßnahme
Mehr Welt Wirtschaft US-Notenbank erweitert Konjunkturmaßnahme
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19:34 20.06.2012
Die geldpolitische Maßnahme der US-Notenbank ließ den Dax am Mittwoch steigen. Quelle: dpa
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Washington

Die US-Notenbank legt im Kampf gegen die schwächelnde Konjunktur noch eine Schippe drauf. Ihre „Operation Twist“ zur Senkung langfristiger Zinsen solle bis zum Jahresende verlängert werden, teilte die Federal Reserve nach einer zweitägigen Sitzung ihres Offenmarktausschusses am Mittwoch in Washington mit. Die geldpolitische Maßnahme zur weiteren Ankurbelung des Wachstums sollte eigentlich in diesem Monat auslaufen.

Um den „bedeutenden Abwärtsrisiken“ für die Wirtschaft sowie der hohen Arbeitslosigkeit zu begegnen, will die Fed bis Ende 2012 kurzfristig fällige Anleihen aus ihrem Bestand im Wert von weiteren 267 Milliarden Euro gegen langlaufende Papiere tauschen. Das soll die Zinsen etwa für Unternehmenskredite oder Immobiliendarlehen weiter in den Keller drücken und der Konjunktur neuen Schub verleihen. Bislang hatte der Anleihen-Tausch ein geplantes Volumen von 400 Milliarden Dollar.

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Anders als bei der zweimaligen „Quantitativen Lockerung“ (Quantitative Easing), die im von 2008 bis in den Juli letzten Jahres lief, pumpt die Fed bei der „Operation Twist“ kein neues Geld ins System. Damals hatte sie versucht, mit milliardenschweren Anleihekäufen die damit verbundenen Zinsen zu drücken und mithin die Nachfrage anzukurbeln. Die US-Zentralbanker sind nach eigener Aussage aber bereit, weitere Maßnahmen zu ergreifen, falls dies notwendig werde.

Ihren Mini-Leitzins hat die Fed wie erwartet nicht verändert, er liegt wie seit Dezember 2008 unverändert bei rund null Prozent. Sie hatte bereits angekündigt an diesem „außerordentlich niedrigen Leitzins“ bis Ende 2014 festzuhalten. Die Inflation sei wegen sinkender Ölpreise zurückgegangen, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch.

Das Bruttoinlandsprodukt in den USA war im ersten Quartal mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate lediglich um 1,9 Prozent gestiegen - weniger als von Experten für eine Erholung nach der Rezession 2008 und 2009 erhofft. Auch die Arbeitslosigkeit sinkt nicht nachhaltig, die Quote stieg zuletzt gar auf 8,2 Prozent.

dpa/sag

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