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Wirtschaft US-Milliardenbetrüger Madoff drohen 150 Jahre Haft
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13:33 28.06.2009

Während der Anwalt des geständigen 71-Jährigen um Milde bat, forderte die Staatsanwaltschaft die Höchststrafe von 150 Jahren Haft, wie aus am Samstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Derweil wurde die Beschlagnahmung des illegal erworbenen Anlagevermögens von Madoff angeordnet.

„Umfang, Dauer und Art von Madoffs Verbrechen ermöglichen es, gegen ihn die Höchststrafe zu verhängen, die vom Gesetz vorgeschrieben ist“, heißt es in einer Mitteilung von Staatsanwalt Lev Dassin, die das Gericht in New York am Samstag veröffentlichte. Im Fall des einstigen Star-Investors der Wall Street sei eine Haftstrafe von 150 Jahren „angemessen“. Die Strafe müsse jedoch in jedem Fall sicherstellen, „dass Madoff lebenslang im Gefängnis bleibt“. Zudem solle sie potenzielle Betrüger „mit Nachdruck abschrecken“.

Madoffs Anwalt Ira Lee Sorkin hatte den zuständigen Richter, Denny Chin, in der vergangenen Woche um eine milde Strafe für seinen Mandanten gebeten. Er schlug angesichts des Alters von Madoff und mit Verweis auf dessen Geständnis eine Haftstrafe von zwölf Jahren vor.

Experten bezweifelten jedoch, dass Madoff noch zu Lebzeiten aus dem Gefängnis freikommt. „Madoff wird nicht weniger als eine 20 Jahre lange Strafe bekommen und wahrscheinlich noch mehr als das“, sagte Ex-Staatsanwalt William Devaney. Auch sein früherer Kollege Bradley Simon, der heute als Anwalt in Wirtschaftsprozessen tätig ist, rechnete mit einer Haftstrafe von mindestens 20 Jahren. Eine vorzeitige Entlassung wäre laut US-Recht nach guter Führung frühestens nach 17 Jahren möglich; Madoff wäre dann 88 Jahre alt.

Bezirksrichter Chin ordnete die Beschlagnahmung von 170 Milliarden Dollar (121 Milliarden Euro) an. Dies entspricht laut Gericht der Summe, die Madoff durch seine Betrügereien an der Wall Street erwirtschaftet hatte. Zugleich verfügte Chin den Einzug von 85 Millionen Dollar aus dem Anlagevermögen von Madoffs Frau Ruth.

Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, willigte das Ehepaar zudem ein, drei ihrer Luxus-Anwesen in Manhattan, Palm Beach und auf Long Island sowie andere Wertgüter zu verkaufen. Ruth Madoff bleibt nach der Beschlagnahmung aber immerhin noch Bargeld in Höhe von 2,5 Millionen Dollar.

Der einstige Star-Investor Madoff hatte mittels eines Schneeballsystems über Jahre hinweg Anleger um Milliarden betrogen. Im März bekannte er sich im mutmaßlich größten Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte des Diebstahls, der Geldwäsche und der Urkundenfälschung schuldig. Seitdem sitzt er in Haft.

afp

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