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10:45 20.11.2013
Von Stefan Winter
Nächster Linienflug: Mai 2014. Quelle: dpa
Kassel

Man hat viel erdulden müssen am Flughafen Kassel-Calden. Schon den Eröffnungsfeiern im April fehlte etwas vom Glanz und der Atmosphäre, die zum Beispiel Flugzeuge oder Reisende an einem solchen Ort verbreiten könnten. Seitdem kennt man das Prunkstück zukunftsweisender Regionalentwicklung bundesweit als betonierte Wüste Gobi. Bilder zeigen menschenleere Hallen, Kameras schwenken über die unberührte Steppe des Vorfelds, und aus dem Hintergrund berichtet jemand mit lustlos unterdrückter Häme, wann hier zuletzt ein Flugzeug gelandet sein soll. Das Prunkstück ist auf dem Weg zur teuren Subventionsruine.

Besonders böswillige Menschen klicken unter flughafenkassel.de auf „Abflüge“. Wöchentlich vier Germania-Starts nach Mallorca und Antalya sind dort zu finden, 14.50 und 16.25 Uhr – allerdings erst ab Mai 2014, im Moment gibt es keinen Linienverkehr. Der eine oder andere VW-Jet dürfte hier abheben, das nächste Werk ist nicht weit. Aber sonst: Leere in Kassel und Spott überall.

Das wird nun anders, der Flugplan muss um mehrere Zeilen verlängert werden: Kassel-Calden wird an das weltweite Streckennetz der Turkish Airlines angeschlossen. Es seien Linienflüge von und nach Istanbul geplant, teilte das Unternehmen gestern mit. „Die neuen Verbindungen unterstreichen die zentrale Bedeutung des Standorts Deutschland für Turkish Airlines“, erklärte deren Chef Temel Kotil. Details zum Beginn und zur Zahl der Flüge stehen allerdings noch nicht fest. Die „Hessisch/Niedersächsische Allgemeine“ berichtete über vier Verbindungen pro Woche.

Auch eine Verbindung nach Münster/Osnabrück ist geplant. „Wir freuen uns über die Bestätigung des Standortes in Nordhessen“, sagte die Kasseler Flughafen-Chefin Maria Anna Muller. Der hessische Finanzminister und Aufsichtsratsvorsitzende des Flughafens, Thomas Schäfer, feierte einen „bedeutenden Schritt in der Entwicklung des Flughafens Kassel-Calden und eine große Chance für die gesamte Region Nordhessen“.

Turkish Airlines ist zuletzt kräftig gewachsen und fliegt nach eigenen Angaben mit einer Flotte von 230 Flugzeugen weltweit rund 230 Ziele in 104 Ländern an. Wenn Calden eine Chance hat, dann tatsächlich mit den aufstrebenden jungen Airlines: Sie haben es schwer, an den etablierten Flughäfen Start- und Landezeiten zu ergattern.

(mit: dpa)

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