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Wirtschaft Trichet: Schwerste Krise seit dem Krieg
Mehr Welt Wirtschaft Trichet: Schwerste Krise seit dem Krieg
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20:03 16.05.2010
„Wir erleben wirklich dramatische Zeiten“: EZB-Chef Jean-Claude Trichet fordert bessere Überwachung der Finanzpolitik.
„Wir erleben wirklich dramatische Zeiten“: EZB-Chef Jean-Claude Trichet fordert bessere Überwachung der Finanzpolitik. Quelle: dpa
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„Wir erlebten und erleben wirklich dramatische Zeiten.“ Er forderte einen „Quantensprung“ in der Überwachung der Finanzpolitik.

Trichet sprach sich für „wirksame Sanktionen bei Verstößen gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt“ aus. Im Markt bestehe immer die Gefahr einer Ansteckung. „Und es kann extrem schnell gehen, manchmal innerhalb weniger Stunden.“ Die Lage des Euro-Raums Ende vergangener Woche verglich er mit der Zeit kurz nach Beginn der Finanzkrise: „Die Märkte funktionierten nicht mehr, es war fast wie nach der Lehman-Pleite im September 2008.“

Die EU-Regierungschefs hätten umfangreiche Sparprogramme zugesagt. „Sie haben sich verpflichtet, die Konsolidierung der Haushalte zu beschleunigen. Sie wissen, was auf dem Spiel steht“, sagte Trichet. Die EU hatte einen 750 Milliarden Euro umfassenden Rettungsschirm für schwache Euro-Länder beschlossen und hofft, damit den Druck vom Euro zu nehmen.

Allerdings konnte das Rettungspaket die Finanzmärkte bis Freitag nicht beruhigen – der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit November 2008. Auslöser waren neben Zweifeln am Erfolg der Sparmaßnahmen neue Sorgen um die spanische Wirtschaft. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero räumte ein, die für 2011 angepeilte Wachstumsrate von 1,8 Prozent werde nicht erreicht.

Österreichs Vizekanzler Josef Pröll forderte eine europäische Schuldenbremse. „Dies würde zu einer klaren Deckelung von neuen Schulden, zu strikter Haushaltsdisziplin und letztlich zu ausgeglichenen Haushalten führen.“ Über die finanzielle Lage in Europa beraten heute die Finanzminister des Euro-Gebiets in Brüssel.

dpa