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Wirtschaft ThyssenKrupp kämpft weiter gegen Krise
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22:00 10.02.2013
Der Stahlkonzern ThyssenKrupp steht in tiefroten Zahlen. Quelle: dpa
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Milliardengräber in Übersee, Branchenkrise und hohe Schulden: Der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp kommt nicht zur Ruhe. Am Freitag schockte die Nachricht, dass in den kommenden Jahren mindestens 2000 Stellen in der traditionsreichen Stahlsparte wegfallen sollen. Die Belegschaft könnte sich um 1800 weitere Mitarbeiter durch Verkäufe verringern.

An diesem Dienstag (12. Februar) steht das Dax-Schwergewicht wieder im Fokus. Dann gewährt ThyssenKrupp Einblick in seine Bücher und gibt die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2012/2013 bekannt.

Die Arbeitnehmer von ThyssenKrupp reagierten mit gemäßigten Tönen auf den angekündigten Stellenabbau. Der Betriebsratsvorsitzende der Stahlsparte, Günter Back, zeigte sich im Sender WDR 5 am Samstag wenig überrascht. Die Weiterentwicklung der Stahlproduktion bringe Verschiebungen zu anderen Anlagen mit sich. „Das ist eine Entwicklung, die kennen wir eigentlich im Fortlauf der Entwicklung der Stahlindustrie schon seit Jahr und Tag", sagte Back.

Back geht davon aus, dass es bei ThyssenKrupp Steel Europe keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Das habe Vorstandschef Andreas Goss versichert. „Ich habe keinerlei Zweifel, dass das letztendlich nicht auch so kommen wird", betonte Back. Von den Stellenstreichungen seien vor allem Standorte in Nordrhein-Westfalen betroffen.

Noch im zurückliegenden Geschäftsjahr war der Konzern vor allem wegen Fehlinvestitionen in neue Stahlwerke in Übersee mit einem Minus von fünf Milliarden Euro tief in die roten Zahlen gestürzt. Mit Spannung werden nun vor allem Neuigkeiten zum geplanten Verkauf der beiden Stahlwerke in Brasilien und den USA erwartet. Konzernchef Heinrich Hiesinger ist zuversichtlich, den Verkauf noch im laufenden Jahr abschließen zu können.

Experten rechnen damit, dass der Konzern nach zuletzt tiefroten Zahlen unterm Strich in den Monaten von Oktober bis Dezember knapp in die Gewinnzone zurückgekehrt sein könnte. Für den um Sondereffekte - wie die zum Verkauf gestellten Stahlwerke in Brasilien und den USA - bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) hatte das Unternehmen einen Wert von rund 200 Millionen Euro angekündigt. Mit dem Erlös aus dem Inoxum-Verkauf konnte Hiesinger den Schuldenberg vermutlich etwas abtragen. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres 2011/2012 (30.9.) hatte der Schuldenstand noch bei rund 5,8 Milliarden Euro gelegen.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 war ThyssenKrupp vor allem wegen Milliardenverlusten bei Stahlwerksprojekten in Brasilien und den USA tief in die roten Zahlen gerutscht. Alle im Konzern nach dem Verkauf von Inoxum und der Abgabe des Übersee-Stahlgeschäfts verbleibenden Konzernteile hatten auch im zurückliegenden Jahr jedoch schwarze Zahlen geschrieben.

Auch nach der eingeleiteten Trennung von den Verlustbringern will Hiesinger weiter radikal umsteuern und die Profitabilität verbessern: Vor allem das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des nun vor tiefen Einschnitten stehenden europäischen Stahlgeschäfts war im zurückliegenden Jahr um 83 Prozent auf nur noch 188 Millionen Euro deutlich eingebrochen. Geplant ist neun ein Ausbau des Technologiegeschäfts.

dpa

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