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Wirtschaft Teures Chaos: Wie sich der Brexit für Verbraucher auswirken kann
Mehr Welt Wirtschaft Teures Chaos: Wie sich der Brexit für Verbraucher auswirken kann
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14:18 21.01.2019
Durch einen harten Brexit kann es bei zahlreichen Produkten Lieferengpässe geben, was sie knapp macht und damit die Preise in die Höhe treibt. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
Frankfurt/Main

Ein harter Brexit und dann? Ökonomen wagen kaum noch konkrete Vorhersagen über das, was in den nächsten Monaten passieren könnte. Denn die Mechanismen, die dann in Gang kommen, sind extrem komplex. Die ersten Schritte ins Chaos liegen auf der Hand: Von Anfang April an verlässt Großbritannien den Binnenmarkt ohne irgendeine Vereinbarung mit der EU. Dann tritt das Regelwerk der Welthandelsorganisation quasi automatisch in Kraft. Das bedeutet vor allem, dass beim Handel mit dem Vereinigten Königreich Zölle erhoben und Grenzkontrollen eingeführt werden.

Engpässe durch Zoll-Kontrollen

Ein- und Ausfuhren werden sich nicht nur durch die neuen Abgaben verteuern, sondern auch, weil in das Getriebe des Handels Sand gestreut wird. Es kann bei zahlreichen Produkten Lieferengpässe geben, was sie knapp macht und damit die Preise in die Höhe treibt. Das wird aber die Verbraucher in Großbritannien deutlich stärker treffen als die Konsumenten der EU. Denn die UK-Ökonomie ist in sehr vielen Sektoren massiv abhängig von Einfuhren vom europäischen Festland. So wird befürchtet, dass dort Arznei knapp werden könnte.

Gilt das auch für Deutschland? Wahrscheinlich nicht. Denn die deutsche Pharmabranche hat immer noch 26 weitere EU-Staaten, die bei der Medikamentenbelieferung in die Bresche springen können. Und offensichtlich haben die Unternehmen auch schon vorgebeugt.

Lesen Sie hier: Rettung für den Brexit? May legt ihren Plan B vor

Pharmafirmen beugen Engpässen vor

Der Branchenverband VCI meldete kürzlich, dass 2018 das Handelsvolumen bei chemischen und pharmazeutischen Produkten mit UK um etwa zehn Prozent auf 16 Milliarden Euro eingebrochen ist. Der VCI vermutet, dass die Firmen sich bereits im vorigen Jahr neue Partner auf dem alten Kontinent gesucht haben. Wobei völlig offen ist, ob damit alle Risiken bei der Arznei-Versorgung abgedeckt sind oder ob es bei bestimmten Produkten doch noch eng werden könnte. Ähnliche Effekte sind bei Lebensmitteln zu erwarten – wobei hier das Volumen dort ohnehin relativ gering ist. Die Importe von den Insel machen nur gut eine Milliarde Euro jährlich aus.

Lesen Sie auch: „House of Chaos“ – So macht sich Großbritannien zur Lachnummer

Manche Automarken könnten teurer werden

Eng verflochten sind auch die Autoindustrien. Jaguars und Land Rover können durch Zölle teurer werden. Womöglich müsste auch BMW für die Fahrzeuge seiner Marke Mini mehr verlangen - die Wagen werden in der der Nähe von Oxford gefertigt. Solche Effekte dürften aber nur vorübergehend wirken. Branchenkenner gehen davon aus, dass Autobauer langfristig die Produktion für die EU in die EU verlagern werden.

Allerdings muss bei all dem auch der Wechselkurs zwischen Euro und britischem Pfund beachtet werden. Stürzt das Pfund nach dem Brexit ab, was viele Experten erwarten, können britische Exporteure ihre Produkte in der EU billiger verkaufen, was die neuen Zölle zumindest zum Teil kompensieren kann.

Auswirkungen bei schwachem Pfund

Ein schwaches Pfund hätte aber für den Handel in die entgegengesetzte Richtung auch den entgegengesetzten Effekt – hiesige Exportunternehmen kämen massiv unter Druck. Die Folgen für die deutsche Konjunktur und damit für Jobs können gravierend sein. Denn gerade in Schlüsselbranchen wie dem Maschinenbau und der Autoindustrie gehört Großbritannien zu den wichtigsten Exportmärkten – so wird dort fast jedes fünfte in Deutschland gebaute Auto verkauft.

Indes geben sich viele Investmentbanker derzeit ziemlich optimistisch. Unter anderem auch die Leute von Goldman Sachs: Die Entwicklungen der vergangenen Tage deuteten auf einen späteren, einen weicheren oder sogar auf gar keinen Brexit hin, sagte Währungsexperte Zach Pandl dem Finanzdienst Bloomberg. Er geht deshalb davon aus, dass das britische Pfund in diesem Jahr stärker als alle anderen Währungen der zehn reichsten Industriestaaten zulegen wird.

Von Frank-Thomas Wenzel/RND

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