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Wirtschaft Terrorismus-Experte nennt neues Video „beunruhigend“
Mehr Welt Wirtschaft Terrorismus-Experte nennt neues Video „beunruhigend“
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14:45 19.09.2009
Die neue Drohung im Internet werde von dem aus Bonn stammenden Islamisten Bekkay H. unter seinem Alias-Namen "Abu Talha" ausgesprochen. Quelle: afp
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Die Sicherheitsvorkehrungen hierzulande werden derweil in den nächsten Tagen weiter verstärkt.

Dass in dem Video ein konkreter Zeitrahmen genannt werde, sei “äußerst beunruhigend“, sagte Steinberg: „Das gab es in vorherigen Videobotschaften noch nicht.“ Bekkay H. wende sich noch direkter als in älteren Videobotschaften an die Muslime in Deutschland. In dem Video, das am Freitag durch das auf islamistische Websites spezialisierte IntelCenter zugänglich gemacht wurde, heißt es, das Terrornetzwerk El Kaida fordere dazu auf, „in den zwei Wochen nach den Wahlen von allem, was nicht lebensnotwendig ist, fernzubleiben“. Weiter heißt es: „Behaltet in dieser Zeit bitte eure Kinder in eurer Nähe.“ Außerdem fordert H. die Deutschen auf, sich bei der Bundestagswahl für Parteien zu entscheiden, die einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan verlangen.

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Mit dieser präzisen Ankündigung setze Bekkay H. El Kaida unter Druck und auch die eigene Ehre aufs Spiel, sagte Steinberg: „Wenn kein Anschlag folgt, dann werden solche Terrorvideos gar nicht mehr ernstgenommen.“ Bekkay H., von dem die deutschen Sicherheitsbehörden bisher vermuteten, dass er sich seit 2007 im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet aufhalte, wolle die Zuschauer des Videos verunsichern. Im Unterschied zu früheren Videos sei er sehr europäisch gekleidet, rasiert und habe sich vor neutralem Hintergrund filmen lassen: „Damit will er suggerieren, dass er sich möglicherweise nicht mehr in Pakistan aufhält, sondern auf dem Weg nach Deutschland oder sogar schon dort ist“, sagte Steinberg.

Die Sicherheitsvorkehrungen von Bund und Ländern sollen derweil in den kommenden Tagen weiter verstärkt werden. Schon jetzt patrouillieren Beamte der Bundespolizei mit schweren Schutzwesten und Maschinenpistolen an Flughäfen und auf Bahnhöfen. Diese Schritte sind allerdings bereits seit Monaten geplant und damit keine Reaktion auf das neue Droh-Video. Ein Ministeriumssprecherin sagte aber, das neue Video bestätige die Einschätzung ihres Hauses der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus.

afp